Die demographische Bombe
Mythen - Fakten - Notwendigkeiten
Präsident Fredy Mayer

28. Februar 2007
 


In seinem Vortrag am MCI ging Fredy Mayer, Präsident Rotes Kreuz Österreich, auf die Fakten der demografischen Alterung unserer Gesellschaft und den damit verbundenen Folgen ein. Anschließend ging es noch um Maßnahmen, mit denen man diese negativen Folgen abwehren kann.

Zwei Faktoren spielen bei der Alterung der Gesellschaft eine Rolle: 1. Es gibt weniger Kinder und mehr sind auch nicht in Sicht und 2. Keine Generation vor uns lebte im Schnitt so lange wie wir. Bei einem Reproduktionsniveau von 2,1, d.h. wenn die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau bei 2,1 liegt, ersetzt die Kindergeneration die Elterngeneration - liegt sie wie in Europa darunter, dann führt dies zu einer Abwärtsspirale in der Bevölkerung. Hatte eine Frau in Österreich im 19. Jahrhundert noch 4,5 Kinder so sind dies heute nur noch 1,41. Gleichzeitig steigt unsere Lebenserwartung weiter. Mit jedem Jahr, mit dem wir am Leben bleiben gewinnen wir zumindest statistisch gesehen drei zusätzliche Monate am Ende unserers Lebens dazu. Und noch eine gute Nachricht: so wie wir heute leben, werden die meisten im Alter außerdem gesunde Jahre verbringen.

In Zukunft wird jeder 3. Österreicher über 60 Jahre alt sein - gleichzeitig nimmt die Zahl der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter bzw. jener unter 15 Jahren ab. Österreich stirbt jedoch nicht aus, das Bevölkerungswachstum wird sich jedoch bis 2050 verlangsamen. In Teilen Österreichs stagniert oder schrumpft die Bevölkerung, in anderen Teilen wächst sie. Die demografischen Gewinner sind die westlichen Bundesländer, Oberösterreich, Wien und Graz, zu den Verlierern zählen die Steiermark, Teile Kärntens und Osttirols.

Dieser demografische Wandel darf nicht ignoriert werden, so Fredy Mayer, und an den Lösungen müßte schon heute gearbeitet werden. So wie in Deutschland sollte auch bei uns möglichst bald ein Kindergeld, das vom Einkommen der Eltern abhängig ist, eingeführt werden. Gleichzeitig müßten die Geburtenzahlen und die Erwerbstätigkeit der Frauen in Österreich steigen. Weiters benötige man einen Arbeitsmarkt für Ältere.

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, mit denen die soziale Sicherung auch in Zukunft aufrecht erhalten werden kann, so Fredy Mayer, in Angriff genommen müßten sie jedoch jetzt und zwar alle gleichzeitig.

   
 
Fotos der Veranstaltung


Präsident Fredy Mayer

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Dr. Siegfried Walch

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Dr. Andreas Altmann, HR Dkfm. Heinz Öhler, Präsident Fredy Mayer, Dr. Siegfried Walch, Mag. Tommy Mayr

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