29. April 2016

Österreich - Deutschland - Europa.

Anforderungen an die Wirtschaftspolitik zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Prof. Dr. Dieter Hundt, Präsident der Deutschen Handelskammer in Österreich, Wien

Aufsichtsratsvorsitzender der Allgaier Werke, Uhingen/D, Ehrenpräsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, Berlin, Präsident a.D. des Aufsichtsrats des VfB Stuttgart, Stuttgart


Im Rahmen der Vortragsreihe MCI Alumni & Friends konnte man sich an der Unternehmerischen Hochschule® darüber freuen, Dieter Hundt willkommen zu heißen. Hundt ist Präsident der Deutschen Handelskammer in Österreich, Aufsichtsratsvorsitzender der Allgaier Werke sowie Ehrenpräsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände und schilderte in seinem Vortrag seine Sichtweise auf aktuelle Herausforderungen der Wirtschaftsentwicklung, insbesondere im Angesicht von Globalisierung und Digitalisierung.

Zu Beginn seiner Ausführung legte Hundt seine Beobachtungen der für die wirtschaftliche Entwicklung in der europäischen Union momentan größten Einflussfaktoren dar. Neben der wirtschaftlich und politisch großen Herausforderungen, welche die Flüchtlingswelle mit sich gebracht hat, sieht er dabei vor allem die Diskussion um einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU, die Verhandlungen um das transatlantische Freihandelsabkommen und nicht zuletzt die latente Terrorgefahr in europäischen Ländern als wichtigste Komponenten, die das Potenzial bergen, die europäische Wirtschaft nachhaltig zu beeinflussen.

Deutschland, so Hundt, gehe es wirtschaftlich momentan sehr gut. Die Beschäftigungsrate ist so hoch wie nie und die Reallöhne steigen bei einer gleichweise geringen Teuerungsrate. Dies sei jedoch auf unbeeinflussbare Sonderfaktoren, wie beispielsweise einem für den Export günstigen Eurowechselkurs sowie niedrige Zinsen, zurückzuführen. Daher sei es unwahrscheinlich, dass dieser Zustand weiterhin andauere. Diese Unsicherheit in Deutschland, als bevölkerungs- und wirtschaftsstärkstes Land der EU, beeinflusse die Wirtschaft im gesamten europäischen Raum.

Um im internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen zu können, müssen die europäischen Staaten wieder enger zusammenrücken. Daher, so Hundt, würde der sogenannte „Brexit“ eine schwere Krise des Binnenmarktes auslösen. Nur eine wirtschaftliche Konvergenz würde Europa voranbringen. Deshalb stehe er auch den Verhandlungen rund um das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten positiv gegenüber und begrüße den Vorstoß, Handelsbarrieren zu diesem für Europa so wichtigen Handelspartner abzubauen.

Weiters müsse man in Europa zu einer konkreten und gemeinsamen Lösung für das Migrationsproblem kommen. Der Zustrom an Migranten müsse kontrolliert und reduziert werden. Wichtig sei dabei, eine funktionierende Kontrolle der EU-Außengrenzen aufzubauen, gleichzeitig jedoch innergemeinschaftliche Grenzen nicht zuzulassen. Denn sowohl das Wirtschaftswachstum als auch der Wohlstand der europäischen Staaten können nur durch einen freien und grenzüberschreitenden Warenverkehr gewährleistet werden.

Der Vortrag endete mit einer regen Diskussion, die von Hausherr und MCI-Rektor Andreas Altmann moderiert wurde.

Einladung_Dieter_Hundt2.pdf

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