21. Juni 2024

Wird Künstliche Intelligenz den Menschen ersetzen?

Im Rahmen der Vortragsreihe von MCI Alumni & Friends freute sich die Unternehmerische Hochschule® auf den Besuch von Hermann Erlach, General Manager & CEO von Microsoft Österreich.

Hermann Erlach, General Manager und CEO von Microsoft Österreich am MCI

© MCI/Heimerl

 

Das Potenzial der künstlichen Intelligenz (KI) steht oft im Mittelpunkt von Diskussionen, wenn es um die Zukunft am Arbeitsmarkt geht. Werden wir unsere Arbeitsplätze verlieren, welche Ausbildung macht noch Sinn?

Hermann Erlach, sei Mai 2021 General Manager und CEO von Microsoft Österreich, beruhigt: „Künstliche Intelligenz wird Arbeitsplätze nicht ersetzen, jedoch werden Fachkräfte, die KI-Kompetenzen besitzen, diejenigen Arbeitskräfte verdrängen, die das nicht können.“

Bereits heute findet man ‚Prompting‘ auf Stellenausschreibungen als Voraussetzung. Dabei handelt es sich um die spezifischen Befehlsangaben, um Programme wie Chat GPD erfolgreich zu bedienen. Die Eingaben müssen so detailliert wie möglich sein, ähnlich wie ein Regisseur auch an Lichttechnik, Ton, Umwelteinflüsse, Schauspieler:innen und vieles mehr denken muss, um ein erfolgreiches Resultat der Software zu erhalten.

Um Wohlstand in Österreich zu erhalten, brauchen wir dringend die Unterstützung von Künstlicher Intelligenz

Angesichts einer bevorstehenden Pensionsierungswelle, die in den nächsten fünf Jahren bis zu 35% der derzeitigen Stellen betreffen könnte, steht Österreich vor der Herausforderung, seinen Wohlstand in Bereichen wie Bildung und medizinische Versorgung zu sichern. Künstliche Intelligenz bietet dafür so viele Chancen, die bestehenden Arbeitnehmerinnen und Angestellte zu unterstützen.

Als Beispiel erwähnt Erlach einen österreichischen Käsehersteller, der keine Mitarbeiter:innen mehr findet, und nun mittels Language Models die Produktionsmaschinen bedient und repariert.

Fortschritt? Wir behindern uns selbst!

Österreich und die Europäische Union konzentrieren sich derzeit zu sehr auf den Datenschutz und verlieren dabei die Produktivität der KI aus den Augen, befürchtet Erlach. "Wir diskutieren über Gut und Böse der KI, aber es gibt einfach zu wenige Menschen auf dem Arbeitsmarkt in Österreich und Europa", untermauert Erlach seine Aussage.
Dabei muss Datenschutz unbedingt im Auge behalten werden, betont Erlach. Hier hat die EU die einmalige Gelegenheit, eine führende Rolle im KI-Markt einzunehmen und ethische Voraussetzungen von KI zu gestalten, fasst Erlach zusammen. Denn die derzeitigen Marktführer USA und China zeigen wenig Interesse daran.