Lebensmittelchemie Seminar

Lehrinhalte
  • Das Seminar baut auf Inhalten aus dem Bereich der Lebensmittelsicherheit und der Rückstandsanalytik auf. Einführend wird das System der europäischen sowie der nationalen Lebensmittelkontrolle beleuchtet und auf die relevanten Institutionen (Europäische Kommission, EFSA, RASFF, BMSGPK, Lebensmittelaufsicht, AGES) sowie die grundlegende Rechtsmaterie (General Food Law, LMSVG) eingegangen. Unterschiedliche Lebensmittelskandale der letzten zwei Jahrzehnte und deren Hintergründe werden kurz vorgestellt. Inhaltliche Schwerpunkte sind:
    Jaitner Clemens
    1.) Der Lebensmittelskandal "Fipronil-Rückstände in Eiern" aus dem Jahr 2017 wird ganzheitlich aufgearbeitet. Dieses Fallbeispiel dient dazu die diversen Aspekte, welche in der Rückstandsanalytik maßgebend sind zu verstehen. Durch eine biochemische Betrachtung des Analyten, einer toxikologischen Risikobewertung von relevanten Rückstandskonzentrationen in diversen Lebensmitteln, der Berücksichtigung von rechtlichen Vorgaben und einer chronologischen Aufarbeitung wird der Skandal umfassend analysiert. Somit werden bisher erlernte Grundlagen aus den Bereichen der Lebensmittelchemie, der Lebensmittelanalytik und dem Lebensmittelrecht mit den Anforderungen des QM-Systems eines akkreditieren Rückstandslabors erfasst.
    2.)Im Rahmen des Seminars wird eine ausführliche Validierungsstudie durchgeführt. Ein neues analytisches Verfahren (Nachweis von Triphenylmethanfarbstoffen in Fisch) soll etabliert und das Verfahren zur Akkreditierung eingereicht werden. Die Relevanz der Thematik (Verzehrsdaten, Toxikologie, Rechtsgrundlagen, Kontrollplan) wird vorgestellt, bevor exemplarisch eine mögliche analytische Methode erarbeitet (Literaturrecherche, Methodenentwicklung) wird. Die Grundlagen der Chromatographie sowie der Spektrometrie werden anhand der entwickelten LC-MSMS Methode wiederholt. Rohdaten und Chromatogramme der Methodenentwicklung und der Validierungsstudie werden präsentiert um die verschiedenen Inhalte verständlich zu gestalten. Leistungsparameter der Methode (Spezifität, Richtigkeit, Robustheit, Wiederfindung) werden aus Rohdaten der Validierung errechnet, mit der relevanten Rechtsprechung (Kommissionsentscheid 657/2002/EG) verglichen und bewertet.
    3.) Die Studierenden geben im Rahmen einer simulierten wissenschaftlichen Tagung eine Präsentation zu einem aktuellen Thema aus dem Bereich der Lebensmittelsicherheit. Zu diesem Thema wird ein Abstract eingereicht. Für die Präsentation gilt ein vorgegebener Zeitrahmen und die Vortragenden müssen sich Fragen stellen.