Kuchentratsch - MCI Absolventin startet durch

Kuchentratsch ist ein soziales Start-up aus München, bei dem Omas und Opas gemeinsam Kuchen backen. In der Backstube können sie neue Kontakte knüpfen, einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen und sich etwas zur Rente dazu verdienen. Die Omakuchen werden deutschlandweit per Post an Privat- und Firmenkunden versendet und in München mit Lieferomas und -opas ausgeliefert. Aus den besten Lieblingsrezepten haben die Kuchentratsch Omas 2020 Backmischungen zum Selberbacken für Zuhause kreiert – wenn es mal schnell gehen muss. Der größte Erfolg bislang war der Auftritt 2018 bei "Die Höhle der Löwen".

 

Katharina Mayer, Absolventin des Bachelor-Studiengangs Nonprofit-, Sozial- und Gesundheitsmanagement stand uns zum Gespräch zur Verfügung und beantwortete die brennendsten Fragen rund ums Thema Entrepreneurship:

Was hat Sie dazu bewegt Ihr eigenes Start-up zu gründen & würden Sie es wieder machen?
Ich habe mich während meines Bachelor-Studiums mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit beschäftigt. Da kam mir immer öfter die Frage in den Sinn: Warum eigentlich um die halbe Welt reisen, wenn es vor Ort genug brennende Themen gibt? Gleichzeitig bin ich ein riesiger Kuchenfan und habe mich fernab der Heimat gefragt, warum es so leckeren Kuchen wie den von meiner Oma eigentlich nirgends zu kaufen gibt. Dabei kam mir die Idee, mit selbstgebackenen Kuchen von Oma und Opa ein Business zu gründen: Kuchentratsch. Bei Kuchentratsch können Omas und Opas neue Leute kennenlernen, ihre Backleidenschaft ausleben und sich etwas zur Rente dazuverdienen. Damals war ich 24 Jahre alt. Und ich würde es genauso wieder machen, natürlich gerne mit dem Wissen aus all den Fehlern, die ich bislang gemacht habe.

Was war die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung gab es für mich tatsächlich gleich ganz am Anfang: Ich musste erstmal meine Familie und Freunde davon überzeugen, dass ich mit meinem Studium nicht in den super bezahlten sicheren Angestelltenjob starte, sondern mein eigenes soziales Unternehmen mit Omas, Opas und Kuchen aufbauen will. Da gab es am Anfang in meinem Umfeld erstmal viele Zweifel. Umso schöner ist es dann, die ersten Erfolge vorzuweisen und zu merken, es hat sich gelohnt, an meine Idee und mich zu glauben.

Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Eigenschaft einer erfolgreichen Entrepreneurin/eines erfolgreichen Entrepreneurs?
Durchhaltevermögen! Aber auch eine große Portion Optimismus, eine Prise Naivität und ganz viel Tatendrang! Ich habe am Anfang einfach losgelegt, ohne zu wissen, was da genau eigentlich auf mich zukommt. Wenn es schwierig wurde, habe ich nicht gleich das Handtuch geschmissen, sondern mich gefragt, was ich aus der Situation für die Zukunft mitnehmen kann. Das war super, denn man wächst mit den Aufgaben und lernt auf dem Weg so viel dazu. Hätte ich am Anfang schon gewusst, was da alles auf mich zukommt, hätte ich mich vielleicht gar nicht erst getraut anzufangen.

Katharina Mayer
Die sympathische Entrepreneurin liebt ihr soziales Unternehmen. Und Kuchen. Foto: Huvermann.