Innovation im Sozial- & Gesundheitswesen

Unsere Forschung zielt nicht nur darauf ab, den wissenschaftlichen Diskurs zu bereichern, sondern auch evidenzbasierte und handlungsorientierte Entscheidungsgrundlagen für Politik und Gesellschaft bereitzustellen. Der Fokus liegt auf methodenübergreifender Forschung in den Bereichen Public Health, soziale Integration und Teilhabe, sowie Verhaltensforschung, digitale Technologien und Kommunikation.

 

Soziale Dynamiken & Sozialpolitik

Egal ob quantitative oder qualitative, problem- oder lösungsorientierte, theoretische wie empirische Herangehensweisen, der Fokus liegt auf relationalen wie prozessualen Dynamiken im Sozialen, Ökonomischen sowie Politischen und dem Aufzeigen von Potentialen wie Bedingungen der Möglichkeit für eine sozial nachhaltige und zukunftsorientierte gesellschaftliche Entwicklung. Zentrale Themen sind Veränderungen im wohlfahrtsstaatlichen bzw. sozialen System und in diesem Sinne auch die soziale Teilhabe von verschiedenen (benachteiligten) Personengruppen, Erwerbsintegration, Migration, individuelle Lebensverläufe und auch Veränderungen des Wohn- bzw. Sozialraums.

(Public) Health & Verhaltensforschung

Die Gesundheitsförderung der Bevölkerung ist ein essentieller Teil der österreichischen Gesundheitsziele. Es gilt die Gesundheitskompetenz aller Altersgruppen zu stärken, ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen und gesundheitsförderliche Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, mit dem Ziel nachhaltig die Zahl der gesunden Lebensjahre zu steigern. Vor allem stehen die Erforschung von Verhaltensmustern in einem ökonomischen Kontext und maßgebende Einflussfaktoren wie sozioökonomischer Status im Mittelpunkt.

Digitale Medien, Gesundheit & Gesellschaft

Digitale Medien schaffen neue Informationsumgebungen sowie neue Möglichkeiten für Gesundheit und Gesellschaft. Sie schaffen neue Räume für Lernen, fördern den sozialen Austausch und stimulieren Beteiligungsprozesse. Zeitgleich können sie die Dissemination von Fehlinformationen sowie soziale Ungleichheit und politische Polarisierung verstärken. Um das positive Potential von sozialen Medien zu fördern, gilt es zu verstehen, wie Bürger/innen soziale Medien nutzen und welche Auswirkungen die Nutzung dieser Technologien auf den Einzelnen sowie auf das soziale und politische System hat.

Praxis der Sozialen Arbeit, sozialer Wandel & Menschenrechte

Untersucht werden Handlungsfelder der Sozialen Arbeit (inkl. dem virtuellen sozialen Raum), Methoden und Theorien (Grundlagenforschung), Partizipation – digitale Medien, innovative Forschungsmethoden, Sozialraumanalysen, Gesellschaft gestalten – Sozialplanung sowie Evaluation – Organisationsanalysen, Praxisforschung, Nutzer/innenbeteiligung.

Kontakt
Siegfried Walch
FH-Prof. Dr. Siegfried Walch Leiter Department & Studiengang

Bei Fragen zum Forschungsschwerpunkt kontaktieren Sie uns unter:
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Sozialraumorientierte und inklusive Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen in der Grenzregion
Laufzeit:
2020 - 2021

ProjektleiterIn:
FH-Prof. Dr. Siegfried Walch

ProjektmitarbeiterInnen:
Philipp Weinkogl, BA MA

Ajla Nesimovic, BSc

DSA David Sporschill, MA

Sascha Gell, BA, MA

Projektbeschreibung:
In ländlichen Strukturen sind eine bedarfsgerechte Versorgung sowie das Wunsch- und Wahlrecht für Menschen mit Beeinträchtigung in der Regel schwieriger zu realisieren als in städtischen Kontexten. Obwohl in Deutschland und Österreich die gleiche Sprache gesprochen wird und Menschen mittlerweile ganz selbstverständlich in dem einen Land wohnen, in dem anderen Land arbeiten, einkaufen oder ins Krankenhaus gehen, nehmen Menschen mit Beeinträchtigung Teilhabeleistungen schwerpunktmäßig in ihrem jeweiligen Heimatland wahr. Dies liegt neben fehlenden grenzübergreifenden Angeboten auch an mangelnder Kenntnis der Angebotsstrukturen und Zugangsweisen im Nachbarland sowie fehlendem Wissen um persönliche Rechte. Durch das Projekt werden bestehende Angebote und Leistungen im Sozialraum erhoben, durch 5 Fokusgruppen (2 x Betroffene, Angehörige, Institutionen, Politik) und Interviews wird Wissen über die Wahrnehmung von Teilhabeleistungen im Beschäftigungsbereich im Sozialraum, über Hürden und Perspektiven sowie ungedeckte Bedarfe generiert. Durch eine moderierte Großgruppenveranstaltung (Betroffene und Fachleute) wird zusätzliches Wissen generiert und erste Erkenntnisse werden multipliziert. Begleitend wird ein Rechtsgutachten erstellt, das legistische und administrative Barrieren und Möglichkeiten bei der Wahrnehmung grenzüberschreitender Teilhabeangebote aufzeigt. Dabei werden die Erkenntnisse aus den Fokusgruppen und der Großgruppenveranstaltung einbezogen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden zu einer Handlungsempfehlung für weiterführende Angebote für den Sozialraum Grenzregion abgeleitet und für Betroffene und Fachkräfte wie auch für die Sozialpolitik zugänglich gemacht. Dies erfolgt durch eine Broschüre (Fachöffentlichkeit und Sozialpolitik) sowie durch eine Onlineplattform, auf der die Ergebnisse verständlich aufbereitet, Leistungen und Angebote im Sozialraum dargestellt und weitere Informationen dargereicht werden.

FoodExplorer: Ein Citizen Science Projekt zur Verbesserung des Nahrungsangebots im Schulumfeld
Laufzeit:
2020 - 2021

ProjektmitarbeiterInnen:
Sascha Gell, BA, MA

Projektbeschreibung:
Im Citizen Science (CS) Projekt FoodExplorer erkunden Jugendliche selbst das Nahrungsangebot in ihrem Schulumfeld und schaffen erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme des Nahrungsangebots an und um Tiroler Schulen. Neben den CS Daten führen wir auch eine mehrwellige Befragung an den Partnerschulen durch. Durch die Verbindung der CS Daten mit den Befragungsdaten schaffen wir neues Wissen über den Einfluss des systemischen Angebotes auf das Nahrungsverhalten und Wohlbefinden der Schüler/innen. Aus methodologischer Perspektive generiert das Projekt neue Erkenntnisse über die Anwendung von CS in den Sozialwissenschaften, wo die Potentiale bis dato unausgeschöpft bleiben. Das Projekt FoodExplorer nimmt hier eine Pionierrolle ein, indem es neue Erfahrungen zur Umsetzbarkeit von CS in den Sozialwissenschaften bereitstellt und das Potential hinsichtlich Wissenschaftsinnovation und individueller Lerneffekte evaluiert.

Health Literacy in Childhood
Laufzeit:
2019 - 2022

ProjektmitarbeiterInnen:
Lorena Holzmann, BA MA

FH-Prof. Mag. Dr. Barbara Lill-Rastern

Dr. Claudia Zoller

Dr. Raffael Heiss

Lukas Kerschbaumer, BA MA

Sascha Gell, BA, MA

Projektbeschreibung:
Daten zur Gesundheitskompetenz der ÖsterreicherInnen liegen derzeit primär für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren vor und beziehen sich auf die Ergebnisse der europaweiten HLS-EU Studie. Ausgehend von den unterdurchschnittlichen österreichischen Ergebnissen der europaweiten HLS-EU Studie (2012) unter Erwachsenen als auch Jugendlichen, hat sich die Projektleitung im Rahmen ihrer Masterarbeit im Jahr 2017 intensiv mit dem Thema Gesundheitskompetenz von Kindern auseinandergesetzt und erstmals in Österreich Daten zum Level der Gesundheitskompetenz von knapp 600 Kindern der 4. Volksschulstufe in zwei Vergleichsbundesländern (Tirol und Steiermark) erhoben. Die Gründe warum es wichtig ist, Gesundheitskompetenz auch bereits bei Kindern zu thematisieren, sind vielfältig. Einerseits lassen sich in der Kindheit eingeprägte Verhaltensmuster in späterer Folge nur schwer ändern, daher ist es essentiell, auch in Hinblick auf die Gesundheitskompetenz bereits früh anzusetzen. Andererseits sind auch die mannigfaltigen Implikationen einer Bevölkerung mit geringer Gesundheitskompetenz auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung, das Gesundheitssystem und die Ausgaben im Gesundheitssystem zu berücksichtigen. Den Ergebnissen der Studie im Rahmen der Masterarbeit zufolge verfügt knapp die Hälfte der Kinder in der Stichprobe über eine exzellente Gesundheitskompetenz. Aus der Abweichung dieser Ergebnisse zu jenen der HLS-EU Studie (für Jugendliche als auch Erwachsene) leitet sich die Forschungsfrage ab, über welches Level der Gesundheitskompetenz Kinder im Alter zwischen 9 und 13 Jahren verfügen. Denn, bezugnehmend auf die bisherigen Studien (HLS-EU, Masterarbeit), liegt exakt in dieser Alterspanne der Wendepunkt des Gesundheitskompetenzlevels. Die Bestimmung dieses Wendepunktes kann maßgeblich dazu beitragen, dass zielführende Maßnahmen gesetzt werden, die der Altersgruppe entsprechend gestaltet sind und die Gesundheitskompetenz letztendlich stärken.

Evaluation des Programms "Gesunde Schule Tirol"
Laufzeit:
2019 - 2021

ProjektleiterIn:
Dr. Raffael Heiss

ProjektmitarbeiterInnen:
Lukas Kerschbaumer, BA MA

Sascha Gell, BA, MA

Lorena Holzmann, BA MA

Dr. Claudia Zoller

Projektbeschreibung:
Das Gütesiegel Gesunde Schule Tirol-Programm (GSCHT) verschreibt sich einem ganzheitlichen Gesundheitsbegriff welcher eine individuelle Verhaltensänderung zugunsten eines gesünderen Lebens bewirken soll. Eine Sensibilisierung des Themas Gesundheit soll bei Kinder und Jugendlichen wie auch bei entscheidungsrelevanten Personen im schulischen Kontext (e.g. Lehrer/Innen) vorangetrieben werden. Die Etablierung Gesundheitsfördernder Strukturen und Prozesse soll eine Stärkung der individuellen Selbstwirksamkeit (Empowerment) und des psychosozialen und physischen Wohlbefindens der Schüler/Innen bewirken. Ziel der Evaluation ist 1) die Umsetzung der Gütesiegel Kriterien in den einzelnen Schulen, 2) den Begleitprozess der Konzipierung und Implementierung und 3) die Wirkung des Programms auf Schüler/Innen zu überprüfen. Dabei kommt ein Mixed-Method Ansatz aus qualitativen und quantitativen Methoden zum Einsatz. Die gesamtsystematische Analyse beinhaltet eine Dokumentenanalyse, Fokusgruppen mit Lehrer/innen und einer Panelerhebung zur Erfassung der Wirksamkeit auf Schüler/innen.


  • Matthias Sutter, Claudia Zoller, Daniela Glätzle-Rützler (2019). Economic behavior of children and adolescents – A first survey of experimental economics results, European Economic Review, 111, 98-121. https://doi.org/10.1016/j.euroecorev.2018.09.004.
  • Heiss, R., & Matthes, J. (2017). Citizen science in the social sciences: a call for more evidence. GAIA-Ecological Perspectives for Science and Society, 26(1), 22-26. https://doi.org/10.14512/gaia.26.1.7
  • Kerschbaumer, Lukas (2020): Mehr als nur objektive individuelle Attribute: Arbeitsmarktrelevante Hemmnisse bei Langzeitarbeitslosigkeit. Sozialer Fortschritt 69 (2020), Duncker & Humblot, Berlin, S. 21-44.

  • Heiss, R., & Rudolph, L. (2019, September). Health Influencer auf Social Media: Motivationen und Konsequenzen des 'Folgens' krebserkrankter Instagram Bloggerinnen. Angenommener Vortrag auf der 5. Konferenz der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK), 19. September, St. Pölten, Österreich.
  • "Priming healthy food choices in early childhood”, University of Copenhagen, Workshop on Behavioral Insights for Healthy Ageing
  • Hirseland, Andreas; Kerschbaumer, Lukas (2019): Agency and Networks – What is it that Long-term Unemployed Need and What is it that Employers Want? 14th Conference of the European Sociological Association - Employment Relations and Labour Market Network Perspectives