19. September 2022

Fachhochschulen – Inflation frisst Zukunft: Dringender Appell aus Tirol an die Bundesregierung!

Im Einvernehmen mit Fachhochschulen der anderen Bundesländer fordern FH Kufstein, FH Gesundheit und MCI von der Bundesregierung eine Anhebung der Studienplatzfinanzierung um 20 Prozent mit Wirksamkeit 1. Jänner 2023.

Appell an die Bundesregierung: Österreichische Fachhochschulen fordern eine Anhebung der Studienplatzfinanzierung. ©MCI/Kasper
Appell an die Bundesregierung: Österreichische Fachhochschulen fordern eine Anhebung der Studienplatzfinanzierung. ©MCI/Kasper

Die Tiroler Fachhochschulen schlagen Alarm: „Wir können die massive Teuerung ohne substanzielle Anhebung der bisherigen Studienplatzfinanzierung des Bundes nicht bewältigen“, heißt es in einem „Krisen-Schreiben“ der österreichischen Fachhochschul-Konferenz (FHK), der Interessensvertretung aller österreichischen Fachhochschulen.

Über diesen dringenden Appell haben auch die Tiroler FHK-Vorstandsmitglieder Thomas Madritsch (FH Kufstein), Walter Draxl (FH Gesundheit) und Andreas Altmann (MCI) ihre Trägereinrichtungen (Land Tirol, Gemeinden, Sozialpartner…) informiert und richten nun mit diesen gemeinsam einen dringenden „Hilferuf“ nach Wien:

  • „Während seitens des Landes Tirol massive finanzielle Anstrengungen zur Stärkung der Tiroler Einrichtungen gesetzt werden (Infrastruktur, Forschung, Studium, Weiterbildung etc.), stehen von Seiten des Wissenschaftsministeriums verbindliche Zusagen aus.
  • „Wir brauchen unbedingt einen zeitnahen Teuerungsausgleich. Wir leiden unter rund 10% Inflation, die Energiekosten explodieren, die Personalkosten gehen aufgrund vertraglicher Verpflichtungen durch die Decke und gerissene globale Lieferketten tun ihr Übriges“.
  • „Wir ersuchen das Wissenschaftsministerium im Zusammenwirken mit den Mitgliedern der österreichischen Bundesregierung, dem drückenden Finanzierungsbedarf der Fachhochschulen umgehend nachzukommen und spätestens mit Wirksamkeit 1. Januar 2023 eine Anpassung der Fördersätze pro bundesfinanziertem Studienplatz um mindestens 20 Prozent nachzukommen.“

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter unterstützt dieses Anliegen vollinhaltlich: „Unsere Fachhochschulen stehen für wissenschaftliche fundierte Studiengänge in den Bereichen Technologie, Digitalisierung, Life Sciences, Wirtschaft, Gesundheit und Soziales. Gerade diese Berufsfelder sind für einen international wettbewerbsfähigen Standort Österreich von höchster Relevanz“. Und weiter: „Tirol investiert umfassend in Hochschulbauten, Labore, Forschungsprojekte und nicht zuletzt in eine (Ko-)Finanzierung Studienplätze. Nun ist der Bund am Zug“, bekräftigt Tirols Landeshauptmann die Forderung mit Nachdruck.

Die Tiroler Wissenschaftsrätin Annette Leja ergänzt: „Es geht hier nicht um zusätzliche Mittel, sondern um einen dringend erforderlichen Ausgleich für die galoppierende Inflation. Die Teuerung lässt die vom Bund bereitgestellten Mittel pro Studienplatz massiv wegschmelzen, die Inflation der letzten Zeit ist besorgniserregend“, betont Landesrätin Annette Leja: „Sollte der Bund nicht umgehend reagieren, gefährden wir einen dynamischen und für Österreich hoch relevanten Zukunftssektor“.

In dieselbe Kerbe schlägt MCI-Aufsichtsratsvorsitzender Oswald Wolkenstein, der als Geschäftsführer der Sparten Industrie, Banken und Versicherungen in der WK Tirol die Bedarfe der Wirtschaft bestens kennt: „Wer, wenn nicht unsere Fachhochschulen soll Expertinnen und Experten auf höchstem Niveau in den so dringend gefragten Berufsfeldern ausbilden und unsere Betriebe in Fragen der angewandten Forschung, Technologie und Innovation begleiten? Hierfür braucht es aber leistungsfähige Rahmenbedingungen und umgehende Maßnahmen. Derzeit hängen die Fachhochschulen in der Warteschleife und brauchen dringend Unterstützung.“

Bekräftigt wird die Aussage von Eugen Stark, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol: „Seit beinahe drei Jahrzehnten schreiben die österreichischen Fachhochschulen eine Erfolgsgeschichte. Deshalb unterstützt die IV Tirol vollinhaltlich die Forderung eines umgehenden Inflationsausgleichs. Ergänzend pochen wir auf effiziente Rahmenbedingungen mit schlanken Prozessen, raschen Genehmigungen und geringer Bürokratie. Hier besteht ergänzend Handlungsbedarf.“

Der abschließende Appell der drei Tiroler FH-Geschäftsführer Thomas Madritsch, Walter Draxl und Andreas Altmann: „Herr Bundesminister Polaschek, Sie haben im Rahmen Ihrer Besuche die Leistungsfähigkeit unserer Einrichtungen in Lehre, Forschung, Innovation und Start-ups, die Arbeitsmarktrelevanz unserer Studiengänge und unsere Unverzichtbarkeit in den gesellschaftlich so wichtigen Bereichen Gesundheit, Pflege und Soziales erlebt. Wir brauchen dringend Finanzierungssicherheit durch umgehende, 20prozentige Anpassung der Fördersätze und eine anschließende regelmäßige Valorisierung!“

Rückfragen:

Andreas Altmann, andreas.altmann@mci.edu, +43 664 311 8736

Thomas Madritsch, Thomas.Madritsch@fh-kufstein.ac.at

Walter Draxl, walter.draxl@fhg-tirol.ac.at

 

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