Neue Studie: Influencer beeinflussen Gesundheitsentscheidungen und Kaufverhalten junger Menschen

Date 06.11.2025

Forschende fordern stärkere Verantwortung von Plattformen und Regierungen

Eine neue Studie, die im Journal of Adolescent Health veröffentlicht wurde, zeigt, dass Social-Media-Influencer:innen zu einer wichtigen Quelle für Gesundheitsinformationen für junge Menschen geworden sind – mit weitreichenden Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und den Verbraucherschutz.

Forschende des MCI | Die Unternehmerische Hochschule® und der Universität Wien befragten 1.003 österreichische Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren, um zu untersuchen, wie sie mit den Gesundheitsinhalten und Werbebotschaften von Influencer:innenn umgehen.

83 % der Befragten kamen mit gesundheitsbezogenen Inhalten von Influencer:innen in Berührung und 53 % haben aufgrund solcher Empfehlungen ein Produkt gekauft – meist Lebensmittel und Getränke (45 %), Nahrungsergänzungsmittel (31 %) oder Schönheits- und Fitnessprodukte (ca. 40 %). Einige gaben sogar an, online beworbene Suchtmittel (15 %) oder Medikamente (13 %) erworben zu haben.

Die Autor:innen warnen jedoch davor, dass nicht alle diese Empfehlungen evidenzbasiert oder sicher sind –insbesondere dann, wenn es sich um ungetestete Nahrungsergänzungsmittel, Selbstdiagnose-Kits oder stark verarbeitete Lebensmittel handelt.

Erstautorin Elena Engel betont daher:
„Influencer können junge Zielgruppen erreichen, die traditionelle Gesundheitskampagnen oft verfehlen – aber ihre kommerziellen Motive und mangelnde medizinische Expertise bergen zugleich Risiken. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, junge Menschen dabei zu unterstützen, die Inhalte von Influencer:innenn zu erkennen und kritisch zu bewerten.“

Die Studie zeigte außerdem, dass parasoziale Bindungen (einseitige emotionale Bindungen zu Influencer:innen) sowie eine problematische Nutzung sozialer Medien (z.B. zwanghafte, übermäßige Nutzung) junge Menschen anfälliger für die Marketingbotschaften von Influencer:innen machen. Im Gegensatz trägt eine hohe digitale Gesundheitskompetenz dazu bei, sich vor irreführender oder schädlicher Werbung zu schützen.

Die Ergebnisse unterstreichen somit die Notwendigkeit einer stärkeren Bildung zu Medien- und Gesundheitskompetenz sowie einer strengeren Regulierung des Influencer-Marketings – insbesondere bei Produkten wie Nahrungsergänzungsmittel, Selbsttests oder ultraverarbeitete Lebensmittel.

Die Forschung wurde vom Center for Social & Health Innovation des MCIs sowie vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Wien durchgeführt. Finanziert wurde sie vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF, Projekt P 35052-G).

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.

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