Mitte April fand in Graz das Forschungsforum der Fachhochschulen (FFH Forum 2026) statt. Das Forum vereinte unter dem Claim „Smart Science – Better Business“ die Kernkompetenzen der österreichischen Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften: anwendungsnahe Forschung und lösungsorientiertes Denken zur Stärkung von Wirtschaft und Industrie.
Auf wissenschaftlichen Konferenzen werden üblicherweise – neben zahlreichen Präsentationen in thematischen Sessions – Forschungsarbeiten auch in Form von wissenschaftlichen Postern ausgestellt und mit einem „Best Poster Award“ prämiert, um besonders gute Forschungsarbeiten zu würdigen. Dies sorgt für Anreiz, wissenschaftliche Ergebnisse inhaltlich hochwertig und visuell ansprechend so aufzubereiten, dass komplexe Sachverhalte auf einen Blick vermittelt werden.
Luise Ebert, Masterstudentin im Studiengang Biotechnologie am MCI und Projektmitarbeiterin im Projekt „BIOcubed“, überzeugte mit ihrem Poster zur Biosynthese von Wasserstoff sowohl in der Vorrunde als auch mit ihrem Pitch in der Runde der fünf besten Poster. Auf fundierte und gleichzeitig charmante Weise gewann sie mit ihrer Präsentation im Publikumsvoting mit Abstand die meisten Stimmen. Aber auch das Thema ihrer Studie zur biologischen Produktion von Wasserstoff dürfte zum Erfolg beigetragen haben: Sie stellt einen vielversprechenden Ansatz zur Substitution fossiler Energieträger dar und gewinnt vor dem Hintergrund geopolitischer Instabilität und der gesetzlich verankerten Klimaziele zunehmend an Bedeutung.
Das Projekt „BIOcubed“ (Biosynthesis of Green Hydrogen and Biomass Valorisation) untersucht die nachhaltige Wasserstoffproduktion aus organischen Abfällen und erschließt erstmals das biotechnologische Potenzial des erst kürzlich in Tirol entdeckten thermophilen Bakteriums Thermoactinomyces mirandus. T. mirandus ist der erste anaerobe Vertreter seiner Gattung und verfügt über thermotolerante [NiFe]-Hydrogenasen, die als vielversprechende, platinfreie Biokatalysatoren gelten. Bekannt ist, dass er mittels Dunkelfermentation aus Laktose Wasserstoff produzieren kann.
Erste Ergebnisse zeigen, dass die Wasserstoffausbeute durch Variation von Kohlenstoff- und Stickstoffquellen gesteigert werden kann und organische Abfälle als Substrat genutzt werden können. Die Kombination aus Optimierung der dunklen Fermentation, Nutzung organischer Abfälle, Co-Kultur-Strategien sowie der Entwicklung eines zweistufigen Fermentationsprozesses zur parallelen Erzeugung von Wasserstoff und Methan ist in dieser Form neu. Zusätzlich eröffnet die Analyse der beteiligten Enzyme Perspektiven für zukünftige biokatalytische Verfahren. Es sollen belastbare Grundlagen für eine spätere Skalierung geschaffen werden und durch Valorisierung von Biomasse ein Beitrag zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft geleistet werden.
Luise Ebert überzeugt das Publikum mit ihrem Pitch ©MCI/Barbara Koller
Poster Sessions bieten eine Plattform für Diskussionen und Feedback ©MCI
Die fünf Finalisten bei der Prämierung ©FH Campus 02/Oliver Wolf
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