Auf dem jährlich stattfindenden Minisymposium für Verfahrenstechnik, das im Juli 2026 an der Johannes Kepler Universität in Linz über die Bühne ging, wurden mit Sophie Groche und Lydia Challandes gleich zwei Projektmitarbeiterinnen des Forschungsschwerpunkts Environmental, Process & Energy Engineering mit einem Best Poster Award ausgezeichnet. Auf dieser Veranstaltung sind alle Verfahrenstechnik-Studiengänge österreichischer Hochschulen vertreten – von der TU Graz, TU Wien, BOKU, JKU Linz und der Montanuniversität Leoben bis hin zum MCI, wo das Symposium im Vorjahr ausgerichtet wurde (link zum Beitrag).
Beide Preisträgerinnen zeigten auf ihren Postern jeweils ein Themengebiet der Umwelttechnik auf, das sich damit auseinandersetzt, bessere oder „grünere“ Technologien zur Entfernung bzw. Behandlung mikrobieller oder chemischer Verunreinigungen vor allem von Wasser zu entwickeln.
Lydia Challandes präsentierte auf dem Minisymposium ihre Masterarbeit, deren Ziel es war, einen auf sichtbares Licht reagierenden Photokatalysator mit höherer photokatalytischer Abbauleistung und antibakterieller Aktivität im Vergleich zu einem Referenzphotokatalysator zu entwicken. Zu diesem Zweck wurde ein Material auf Basis von hexagonalem Bornitrid mittels von Miesmuscheln inspirierter Chemie unter Verwendung von Polydopamin modifiziert und mit biogenen Silbernanopartikeln (AgNPs) beladen.
Sophie Groches Poster befasst sich mit Methoden der Entfernung der hochschädlichen, sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ PFAS aus Wasser, die über die klassischen Aktivkohle- oder Anionenaustauscher hinausgehen. In ihrer Masterarbeit wurden fluorophil-imidzoliumbasierte Ionenaustauschmaterialien entwickelt und bewertet, welche zwei zentrale Interaktionsbilder zu PFAS nutzen, um sowohl die Adsorptionskapazität als auch die Selektivität gegenüber PFAS im Vergleich zu herkömmlichen Adsorbensystemen zu verbessern.
Ein Best Poster Award ist ein akademischer Preis, der auf wissenschaftlichen Konferenzen an Forschende verliehen wird, die ihre Arbeit besonders anschaulich und überzeugend auf einem Poster präsentieren. Bewertet werden Wissenschaftlichkeit, Neuheit und Relevanz der Ergebnisse sowie das Design, aber auch die Fähigkeit der Autorin:des Autors, während der Session Fragen kompetent und verständlich zu beantworten. Belohnt wird vor allem die Fähigkeit – und gleichzeitig wichtige Schlüsselkompetenz – komplexe Inhalte und Daten auf das Wesentliche zu verdichten sowie visuell verständlich aufzubereiten.
Aber sind Poster Sessions auf Konferenzen eigentlich noch relevant? Interessieren wissenschaftliche Poster auf großformatigem Papier in unserer digitalen Welt noch irgendjemanden?
Die Antwort lautet noch immer: ja! Poster als eigenständige Form der Darstellung von wissenschaftlichen Inhalten sind weiterhin wichtig, wenn sie als Kommunikations- und Vernetzungsinstrument verstanden werden. Sie bieten vor allem Nachwuchsforschenden die Möglichkeit, niederschwellig ihre Arbeit sichtbar zu machen und unmittelbar in Dialog mit einem interessierten Fachpublikum zu treten. Im Gegensatz zu einem Vortrag werden bei einer Poster Session direkt fachliche Gespräche und wissenschaftlicher Austausch initiiert, Feedback ausgesprochen und Kontakte geknüpft.
Das Beste kommt zum Schluss: Am Ende sind noch gute Verkaufsfähigkeiten und starke Nervern gefragt, wenn die besten Kandidat:innen in einem abschließenden Pitch ihre Arbeit unter Zeitdruck verständlich erklären und gleichzeitig das Publikum überzeugen müssen, warum genau sie einen Preis verdienen. Für unsere beiden Kolleginnen hat sich ihre Motivation auf jeden Fall ausgezahlt, vom Spaß nebenbei ganz abgesehen.
Die Preisträgerinnen des Best Poster Award am Minisymposium Verfahrenstechnik in Linz; v.l. Lydia Challandes (MCI), Sophie Groche (MCI) und Arleen Victoria Walk (TU Wien)
Poster Session am Minisymposium Verfahrenstechnik 2026 an der JKU in Linz
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