24. Februar 2021

Covid19 - Studieren im Ausland, trotz dieser „verrückten“ Zeit?

Felix Baumgartner, ein Student des Masterstudiengangs Lebensmitteltechnologie- & Ernährung berichtet über das Erasmussemester (WS 2020) in Frankreich.

Würdest du wieder ein Auslandssemester während der Corona Pandemie machen?


Definitiv ja! Nicht weil es super entspannt ist und der beste Weg zu guten Noten ist, aber weil es trotz Corona ein Erlebnis war. Der Unterricht fand leider meist Online statt und ich sah zum großen Teil des Semester mehr Bilder von einem PC mit Skype- oder Zoom Meetings als Bilder von Schlössern oder Weingütern. Ich weiß aber auch, dass es für meine KollegInnen in Innsbruck nicht anders aussah, also war es eigentlich egal, wem ich online zugehört habe oder wo die Person saß. Ich wäre sowieso zuhause gewesen. Trotzdem war die Zeit, die ich dort verbringen konnte, wirklich cool. Ich durfte viele (immer an Corona-Sicherheitsmaßnahmen denkend) nette Leute aus aller Welt und natürlich auch aus Frankreich treffen und ein paar wirklich coole Exkursionen machen. Ganz zum Schluss des Semesters konnten wir sogar noch ein paar Weingüter sehen, das wäre ja eigentlich das Kernelement des Studiums gewesen.

Was haben Sie gelernt?

Vor allem, dass man flexibel sein muss und nicht zu viele Pläne machen soll. Zum Beispiel wurde mein Erasmussemester aufgrund der Pandemie kurzfristig vor Beginn abgesagt, was sich dann zum Glück doch als Missverständnis herausgestellt hat und die Kurse in Frankreich doch stattfanden. In Frankreich war ich mit sehr kurzfristigen offiziellen Meldungen konfrontiert, die beim ersten Mal zu einer Abreise aus Angers über Nacht und beim zweiten Mal zu einer Rückreise, ebenfalls mit kaum 24h Vorlaufzeit, geführt haben.
Nichtsdestotrotz, die Hochschule hat mich immer gut betreut und so flexibel musste ich in meinem Leben noch nie sein.

Im Rückblick kann ich mich darüber amüsieren, aber vor Ort war es doch etwas stressig, sein ganzes Leben in einer Nacht in ein Auto zu stopfen und um 4 Uhr nachts loszufahren, um vor Beginn des Lockdowns das Land verlassen zu haben. Und natürlich geht wegen Corona lehrtechnisch viel verloren, das betrifft aber viele Studenten und nicht nur die Erasmus Studenten. 

Der Unterricht in Frankreich war thematisch für mich etwas ganz Neues, sehr speziell und mit einer völlig anderen Ausrichtung und Strategie. Ich mag das Thema wirklich gern und es hat mir die ganze Zeit über sehr viel Spaß gemacht. In einer Projektarbeit kamen wir zu einem Ergebnis, welches vielleicht sogar in einer größeren Arbeit veröffentlicht wird.

Ach ja, das Essen habe ich noch nicht erwähnt. Ich liebe frisches Baguette mit salziger Butter, das ist mein absolutes Sinnbild für dieses halbe Jahr. Sich ein schönes ‚Pain de Tradition‘ beim Boulanger holen und unterm Arm und mit Maske nach Hause tragen. Ansonsten gab es auch noch paar andere tolle Sachen zu probieren, vorneweg natürlich Wein.
Fazit: Ich glaube, ich habe meinen Horizont auf jeden Fall thematisch erweitert.
Würde ich es wieder machen? – Definitiv ja!