Warum haben Sie sich gerade für diese Hochschule entschieden?
Ich war sehr daran interessiert, Skandinavien besser kennenzulernen, vor allem in Bezug auf die Sozialsysteme. Gleichzeitig wollte ich in eine kleinere, gemütliche Großstadt, in der man sich schnell wohlfühlt. Aalborg hat mich daher sofort angesprochen.
Wie gefällt Ihnen die Universitätsstadt? Wie erleben Sie die Kultur des Gastlandes?
Aalborg ist etwas größer als Innsbruck, wirkt aber dennoch sehr überschaubar. Ich liebe die entspannte Atmosphäre und die Kultur hier. Die Dän:innen sind unfassbar freundlich, offen, hilfsbereit und sind sehr interessiert an anderen Kulturen – das merkt man sowohl im Alltag als auch ganz besonders an der Universität. Zudem können hier über alle Generationen hinweg sehr gut englisch sprechen, was alles enorm erleichtert.
Wo sehen Sie die größten Unterschiede zwischen Ihrer Gasthochschule und dem MCI?
Die Universität Aalborg ist bekannt für das Konzept des Problem Based Learning (PBL). Dabei arbeitet man während des Semesters in festen Gruppen an einem umfangreichen Projekt, das am Ende gemeinsam mündlich verteidigt wird. Gruppenarbeiten kenne ich zwar auch aus meinem Studium „Soziale Arbeit“ in Innsbruck, allerdings ist der Arbeitsaufwand in Aalborg deutlich höher.
Von November bis Januar arbeiten wir im Rahmen eines intensiven Selbststudiums an unserem Projekt – mit rund 15 Seiten pro Person. Aus diesem Grund finden auch keine Lehrveranstaltungen mehr ab Anfang November statt. Begleitend dazu gibt es zwei vorbereitende Module mit je 5 ECTS, die einzeln durch Assignments abgeschlossen werden. Das Projekt selbst umfasst 10 ECTS, sodass man allein für das Projekt inkl. vorbereitender Module auf 20 ECTS kommt.
Da insgesamt 30 ECTS vorgesehen sind, bleibt daneben nur noch wenig Platz für weitere Kurse. Ich hatte zusätzlich nur ein Modul mit 10 ECTS, das ich mit einer mündlichen Prüfung abgeschlossen habe. Der größte Unterschied liegt für mich daher klar in der zeitintensiven Projektarbeit, die über viele Wochen hinweg – gemeinsam mit einer:einem Supervisor:in – sehr verbindlich und strukturiert stattfindet.
Was war bislang die größte Herausforderung während Ihres Auslandssemesters?
Die größte Herausforderung war definitiv meine erste mündliche Prüfung auf Englisch im Model „Global Gender Studies“ – einem Master-Modul als Bachelor-Studentin. Rückblickend war meine Sorge völlig unbegründet: Die prüfenden Dozentinnen waren unglaublich freundlich, beruhigend und haben mich während meiner Antworten durchgehend angelächelt. Außerdem haben wir unsere Note direkt im Anschluss zusammen mit ausführlichem Feedback erhalten, was ich als sehr wertschätzend erlebt habe.
Möchten Sie uns sonst noch etwas erzählen? (zB über Lieblingsplätze, besondere Eindrücke und Erlebnisse, spezielle Begegnungen und Erinnerungen, etc.)
Auch ohne Berge hat Aalborg sportlich und freizeitmäßig richtig viel zu bieten. Über die Organisation „Try Outs Aalborg“ konnte ich verschiedenste Sportarten – zum Beispiel Curling oder Rudern – kostenlos ausprobieren. Zum Joggen eignet sich die Stadt perfekt; ich liebe die Strecke entlang des Fjords. Auch das Nachtleben kommt nicht zu kurz: In der bekannten Ausgehstraße „Jomfru Ane Gade“ reiht sich eine Bar an die nächste, und man trifft immer wieder bekannte Gesichter. Besonders empfehlenswert ist der International Night am Mittwoch – zum Beispiel im StormP.
Ein weiteres Highlight in Aalborg ist die gute Organisation durch das Buddy-Programm. Vor Studienantritt kann man sich über die Homepage für einen Buddy registrieren. Im Rahmen des Buddy-Programms finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Zudem wird die gesamte „Welcome week“ von den Buddies organisiert.
Kulturell hat Aalborg ebenfalls viel zu bieten – zahlreiche Museen, gemütliche Cafés wie das Kaffebaren, und natürlich köstliche dänische Backwaren (Zimtschnecken). Im Westen der Stadt gibt es außerdem den Fjordpark, ein ganzjährig geöffnetes, kostenloses Freibad, das im Winter sogar zum Eisbaden genutzt wird.
Alles in allem ist Aalborg unglaublich vielfältig und bietet wirklich für jede:n etwas.
Eindrücke aus dem Auslandssemester in Aalborg © Stella Follner
Unsere Studierenden teilen gerne ihre Erfahrungen mit Ihnen und erzählen von ihren Lehrveranstaltungen, Projekten und dem Studentenleben in der pulsierenden Alpenmetropole Innsbruck.
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