Unter dem Dach der International Federation of Social Workers (ifsw) werden anlässlich des World Social Work Days jedes Jahr im März weltweit Veranstaltungen durch Fachgesellschaften und Verbände der Sozialen Arbeit organisiert. In diesem Jahr stand der World Social Work Day (WSWD) im Zeichen des Mottos „Co-Building Hope and Harmony: A Harambee Call to Unite a Divided Society“. In ganz Österreich engagierten sich hierfür Sozialarbeitende aus Praxis, Wissenschaft und Forschung in vielen Aktionen.
Der WSWD 2026 fokussierte hierzulande besonders den gemeinsamen Einsatz für ein Berufsgesetz der Sozialen Arbeit: Denn obwohl die Soziale Arbeit und ihre Berufsangehörigen zentrale Funktionen in der Förderung des gesellschaftlichen Miteinanders einnehmen, ist eine berufliche Tätigkeit in Österreich rechtlich bis dato nicht gesichert. Eine Verabschiedung eines Gesetzes ist ein Ziel des Programms der österreichischen Bundesregierung, und das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege u. Konsumentenschutz (BMASGPK) arbeitet derzeit an ersten Gesetzesentwürfen.
In Wien fanden in diesem Zuge zwei große Veranstaltungen statt, an denen das MCI Department Soziale Arbeit durch Moritz Reisberger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am MCI und Vorstandsmitglied der ogsa (Österreichische Gesellschaft für Soziale Arbeit, vertreten wurde. Am Vormittag lud die Arbeiterkammer (AK) Wien zu einer Fachveranstaltung zum aktuellen Stand des Entwurfs mit Wolfgang Heissenberger (leitender Jurist, BMASGPK) ein. Im Anschluss an dessen spannende Einblicke in die Ministeriumstätigkeiten wurde auf einem Podium aus Fachexpert:innen der Sozialen Arbeit diskutiert.
Teil davon waren Julia Pollak (Sozialarbeiterin und Geschäftführerin des obds – Österreichischer Berufsverband Sozialer Arbeit), Dagmar Fenninger-Bucher (Hochschulprofessorin und Vorstandsmitglied ogsa), Elfriede Gravogel (Obfrau des Betriebsrates von „Rettet das Kind“), Silvia Rosoli (Juristin und Leitung der Abteilung Sicherheit, Gesundheit, Arbeit – Arbeiterkammer Wien) und Stefan Rudolph (Sozialarbeiter im Projekt „YOUNION“ des MA 11 - Amt für Jugend und Familie, Wien).
Im Zuge der regen Diskussion wurde klar, dass der Einsatz für die Verabschiedung eines Berufsgesetz aus Perspektive der Anwesenden kein Selbstzweck sei, sondern ein notwendiger Schutzschild für alle Beschäftigten im Sozialbereich. So garantiere ein Berufsgesetz der Sozialen Arbeit zum Beispiel auch, dass die Tätigkeiten in der Praxis Sozialer Arbeit höchste Qualitätsstandards erfüllen müssten. Ein Hochschulstudium, zum Beispiel am MCI Department Soziale Arbeit, befähige somit überhaupt erst zur Ausübung des Berufs und sichere gleichzeitig eine professionelle und innovative Ausrichtung.
Im Anschluss an diese und weitere Veranstaltungen in der Bundeshauptstadt, unter anderem an der Hochschule Campus Wien, fand eine große Kundgebung am Platz der Menschenrechte statt. Etwa 400 Personen waren anwesend, darunter Studierende, Praktiker:innen, Forschende und Lehrende der Sozialen Arbeit, Interessensvertretungen, Zivilgesellschaft und Politik. In einem Redebeitrag betonte Korinna Schumann (Bundesministerin für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz) die Systemrelevanz der Sozialen Arbeit und ihre Unterstützung zur zeitnahen Etablierung eines Berufsgesetzes. Das hohe Engagement aller Anwesenden sei weiterhin nötig, um die nächsten Meilensteine hierzu zu erreichen.
Gleichzeitig zur Kundgebung in Wien organisierten der obds Tirol (Regionalstelle des Österreichischen Berufsverbands der Sozialen Arbeit) und das MCI Department Soziale Arbeit gemeinsam ein „Get-Together“ für Sozialarbeitende in Tirol. Im Mittelpunkt standen Impulse, die zeigen, wie aktiv und innovativ die Profession Sozialer Arbeit im Bundesland ist.
David Kaserbacher (Queeze) zeichnete die Entstehungsgeschichte des queeren Jugendzentrums Innsbruck nach und zeigte, wie aus einer Idee ein wirksamer Ort für junge Menschen wurde. David Sporschill (PSP) erzählte die Geschichte eines jungen Klienten, in der Zuversicht auf die Probe gestellt wurde – ein ehrlicher Blick auf komplexe Lebenslagen und die Begleitung durch die Soziale Arbeit. Ayse Maluhan (Verein Beziehungsweise Lernen) stellte die Idee vor, Deutsch nicht als Fremdsprache, sondern als Freund:innensprache zu verstehen, und zeigte, wie sich um diese Idee der Verein Beziehungsweise Lernen entwickelt hat. Aus Wien wurde Julia Pollak online zugeschalten, die von den dortigen Veranstaltungen berichtete.
Somit schloss sich, ganz im Sinne des WSWD-Mottos „Gemeinsam an einem Strang ziehen“, der Kreis zwischen Wien und Innsbruck – ein klares Zeichen für gegenseitige Unterstützung, Kooperationen und Engagement. All dies kann als positives Signal für eine angespannte Sozialwirtschaft in herausfordernden Zeiten in Österreich gesehen werden.
Das MCI Department Soziale Arbeit zeigt sich in all diesen Konstellationen als aktiver Partner zur professionellen Weiterentwicklung der Profession Sozialer Arbeit und bedankt sich bei allen Beteiligten für deren wertvolle Aktivitäten.
Impulse anlässlich des WSWD 2026: Kundgebung am Platz der Menschenrechte ©Moritz Reisberger
Impulse anlässlich des WSWD 2026: MMag. Wolfgang Heissenberger, LL.M. (leitender Jurist, BMASGPK) bei seinem Vortrag an der AK Wien ©Moritz Reisberger
Impulse anlässlich des WSWD 2026: Austausch beim Verein Beziehungsweise Lernen anlässlich des Mottos „an einem Strang ziehen ©Lea Thoms
Impulse anlässlich des WSWD 2026: Austausch beim Verein Beziehungsweise Lernen ©Lea Thoms
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