Warum haben Sie sich gerade für diese Hochschule entschieden?
Die Universität Genua war zu Beginn nicht auf meiner Liste. Ich war noch nie in Italien und hatte auch keine Verbindung dazu. Im Verlauf des Prozesses zur Auswahl der Partnerhochschule hat sich die UniGe jedoch sehr bald positiv herausgestellt. Das Studienangebot ist sehr ansprechend und vor allem die Möglichkeit, die Kurse alle auf Englisch absolvieren zu können, ist von Vorteil gewesen. Ich habe mich sozusagen für das Abenteuer entschieden, da ich weder die Sprache gesprochen habe, noch die Kultur kannte.
Wie gefällt Ihnen die Universitätsstadt? Wie erleben Sie die Kultur des Gastlandes?
Genua ist eine wunderbare Stadt. Sie hat viel zu bieten und ist super angebunden. Es gibt dort wie in den meisten Erasmus Städten das ESN (Erasmus Student Network), über welches man alle anderen Erasmus Studierenden kennenlernen und an Aktivitäten und Partys teilnehmen kann. Das Meer und die Berge, die Genua umschließen sind sowohl schön als auch abwechslungsreich.
In der Umgebung von Genua liegen außerdem wunderschöne Dörfer an der Küste (und Cinque Terre ist auch nicht weit entfernt). Die Stadt ist relativ groß, wirkt aber oft überhaupt nicht so; vor allem, wenn die Tourist:innen weg sind, ist es angenehm ruhig (aber nicht langweilig). Man kann von Genua aus außerdem viele Städte besuchen, falls einen die Abenteuerlust packt.
Wo sehen Sie die größten Unterschiede zwischen Ihrer Gastuniversität/-hochschule und dem MCI?
Die größten Unterschiede liegen wohl in der Art der Vorlesungen und vor allem bei den Prüfungen. Es gibt keine Seminare, es sind alles Vorlesungen. Das heißt, es gibt nur wenig Gruppenarbeit (vereinzelt musste eine Hausarbeit in Gruppenarbeit verfasst werden, aber in den Vorlesungen wird nur zugehört). Abgesehen davon, ist die UniGe natürlich auch viel größer und jedes Department liegt in einer anderen Ecke der Stadt.
Was jedoch vor allem anders ist, sind die Prüfungen. Man muss sich für die Prüfungen selbst anmelden, was am MCI nicht der Fall ist. Die meisten Prüfungen für mich waren mündliche Prüfungen (das variiert aber und manchmal kann man eine Ersatzarbeit leisten, um die mündliche Prüfung zu umgehen). Die Prüfungen sind etwas freier gestaltet als am MCI, das bedeutet, jede:r Dozent:in gestaltet die Prüfungen anders. Die mündlichen Prüfungen werden im Vorlesungsraum gemeinsam mit allen anderen Kursteilnehmer:innen abgehalten. Theoretisch kann jede:r zuhören, aber die meisten sitzen über ihren Notizen. Man blendet die Anderen aber auch gut aus in der Prüfungssituation.
Abschließend ist auch die Benotung anders. Es gibt ein 30-Punkte-System. Bei einer Punktzahl unter 26 Punkten wird häufig angeraten, es nochmals zu versuchen. Das begünstigt am italienischen Arbeitsmarkt, hat aber wenig Auswirkung auf die Erasmus-Studierenden.
Was war bislang die größte Herausforderung während Ihres Auslandssemesters?
Die größte Herausforderung für mich war die italienische Sprache. Außerhalb der Uni (und an mancher Stelle auch innerhalb der Uni) ist man mit Englisch nicht überall gut beraten. Ich würde allen empfehlen, einen Sprachkurs zu absolvieren, bevor man nach Italien reist. Man sollte außerdem recht gut Englisch sprechen/verstehen, da die Professor:innen manchmal leider selbst Schwierigkeiten damit hatten.
Was möchten Sie uns sonst noch erzählen?
Eine Herzensempfehlung ist der Besuch von Righi über den Dächern von Genua. Dort fährt die Seilbahn hinauf und man hat wundervolle Ausblicke sowohl über die Stadt als auch über das Hinterland (und von dort aus lässt es sich super wandern). Ein Ort außerhalb von Genua ist auch eine wirkliche Empfehlung und zwar das Dorf Camogli. Es liegt 30 Minuten mit der Bahn entfernt und war für alle, mit denen ich dort war, einer der schönsten Orte überhaupt.
Eindrücke aus dem Auslandssemester in Genua ©Soraya Hock
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