DARE Konferenz 2026

Date 11.08.2026

Department Soziale Arbeit mit Vortrag und Workshop auf internationaler Konferenz zu Entscheidungsfindung, Risikoeinschätzung und evidenzinformierter Praxis

Anfang des Sommers fand die DARE Konferenz (Decisions, Assessment, Risk and Evidence in Social Work) an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in der Schweiz statt. Diese Fachtagung bringt Forschende und Praktiker:innen der Sozialen Arbeit zusammen, um sich zu Entscheidungsfindung, Risikoeinschätzung und Evidenzbasierung auszutauschen, bestehende Netzwerke zu stärken und neue Forschungsvorhaben anzustoßen. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung von Wissensbeständen, Fähigkeiten und Kompetenzen in den entsprechenden Schwerpunkten. Dabei ist eine evidenzinformierte Verbesserung der Unterstützung von Klient:innen und vulnerablen Gruppen in der Gesellschaft das übergeordnete Ziel der Tagung. Den inhaltlichen Rahmen setzten drei Keynotes: Donald Forrester (Cardiff University) diskutierte Chancen und Grenzen Künstlicher Intelligenz für die Soziale Arbeit, Karmen Toros (Tallinn University) sprach über Partizipation, Würde und Entscheidungsfindung im Kinderschutz und Tonino Esposito (Université de Montréal) stellte einen raumbezogenen Gerechtigkeitsansatz vor, der Unterstützungsstrukturen bereits vor dem Eintreten von Krisen in den Blick nimmt.

Moritz Reisberger, wissenschaftlicher Mitarbeiter und TNF-Projektleiter an den MCI Departments Soziale Arbeit sowie dem Center for Social & Health Innovation (CSHI) war mit zwei Beiträgen auf der Konferenz vertreten.

Moritz Reisberger: „Die DARE 2026 ist eine der zentralen internationalen Konferenzen im Kontext von Praxisforschungen Sozialer Arbeit zu Entscheidungsfindung, Risikoabschätzung und Wissenstransfer auf globaler Ebene. Renommierte Wissenschafter:innen teilen Ihre Erkenntnisse in Keynotes, Panels und Workshops. Es ist eine große Ehre für uns als Projektteam zwei kleine Beiträge daran leisten zu dürfen und unsere Analysen zur Sozialen Arbeit in Tirol auf dieser Bühne präsentieren und vor allem kritisch diskutieren zu können! Genau davon lebt die Wissenschaft Sozialer Arbeit – kritische Rückfragen, produktive Tipps und dasselbe Ziel vor Augen: Evidenzinformierte Verbesserung von Praxisleistungen für die Klient:innen Sozialer Arbeit in der Gegenwart und eine langfristige, gemeinsame Entwicklung hin zu einer sozial gerechteren Welt auf Basis ethisch-professioneller Werte und der universalen Menschenrechte.“

Im Panel „Professionals' knowledge, experience, and attitudes" präsentierte Moritz  Reisberger die Ergebnisse zu Aspekten professionellen Handelns und Entscheidungsprozessen in der Sozialen Arbeit in Zeiten multipler Krisen. Einen Teil der Datengrundlage bildeten dafür Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Soziale Probleme & Soziale Arbeit in der Zeitenwende", das im Rahmen der Tiroler Nachwuchsforschungsförderung unterstützt und gemeinsam mit Lena Rolvering als Projektmitarbeiterin realisiert wurde. In dem Projekt wurden unter anderem mittels Alltagsjournalen sowie teilnarrativen und fokussierten Interviews mit Sozialarbeitenden aus drei Handlungsfeldern in ganz Tirol erhoben, wie sich professionelle Handlungs- und Interventionsweisen unter kumulierenden Problemlagen verändern.

Neben dieser Präsentation wurde im Rahmen einer internationalen Kooperation mit Felcitiy Morrow von der London South Bank University ein gemeinsamer Methodenworkshop durch das TNF-Projektteam gestaltet. Dieser „Peer-to-Peer“-Workshop fokussierte das Thema „Ethnografische Forschung“ im Kontext der Praxis Sozialer Arbeit. Dabei wurden insbesondere die Möglichkeiten und Grenzen von ethnographisch-begleitenden Methoden mit der Fachcommunity diskutiert. Denn solche Studiendesigns ermöglichen bei Gelingen, auch jene Aspekte alltäglicher Praxis, Entscheidungsfindung und Beurteilung methodisch zugänglich zu machen, die in gewöhnlichen Datenerhebungsverfahren, z. B. Interviews, eher verborgen bleiben. Einige methodologische Überlegungen dazu wurden bereits in einem Artikel in der Fachzeitschrift soziales_kapital veröffentlicht (Reisberger & Rolvering 2026).

Für das TNF-Projektteam markierte die Konferenz zugleich den gemeinsamen Abschluss der beiden konsekutiven Forschungsprojekte unter der Leitung von Moritz Reisberger. Das zweite TNF-Projekt „Güte & Innovation in der Sozialen Arbeit" wird mit Ende des Sommers abgeschlossen. Darin wurde in einem sequenziellen Methoden-Design untersucht, wie es um die Güte sozialarbeiterischer Tätigkeiten unter gegenwärtigen Rahmenbedingungen steht und welche Rolle innovative Ideen bei deren Bewältigung und Prävention spielen. Auf die bereits publizierten Befunde aus beiden TNF-Projekten (s. oben und Reisberger 2025) folgen weitere Beiträge in internationalen Fachzeitschriften. Direkt nach Abschluss der Projektförderung konnte Lena Rolvering am Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen (CS) des Max-Weber-Instituts der Universität Heidelberg als wissenschaftliche Mitarbeiterin Fuß fassen.

Mit der Präsenz an der DARE Konferenz in Zürich wurden nicht nur lokale Evidenz aus Tirol in die internationale Forschungscommunity getragen und diskutiert, sondern auch eine mehrjährige intensive Projektarbeit abgeschlossen. Diese tolle Zusammenarbeit soll in Zukunft mittels gemeinsamer Publikationen, Vorträgen und etwaigen Folgestudien über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus erhalten werden!

<p>Lena Rolvering & Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026 </p>

Lena Rolvering & Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026

<p>Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026</p>

Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026

<p>Lena Rolvering & Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026 </p>

Lena Rolvering & Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026

<p>Lena Rolvering & Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026 </p>
<p>Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026</p>
<p>Lena Rolvering & Moritz Reisberger mit Eindrücken von der DARE Konferenz 2026 </p>
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