Nathalie Nunner ist Absolventin des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit am MCI | Die Unternehmerische Hochschule® und spricht im Interview mit dem Department Soziale Arbeit über ihre Veröffentlichung in der Rubrik „Junge Wissenschaft“ im Online-Journal soziales_kapital, die Entstehung ihrer Arbeit und die Bedeutung wissenschaftlicher Auseinandersetzung für die Praxis Sozialer Arbeit.
Deine Bachelorarbeit behandelt ein fachlich kontrovers diskutiertes Thema. Wie bist du auf diese Fragestellung gekommen und was hat dich daran nicht mehr losgelassen?
Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil der Suchtmittelkonsum bei Jugendlichen aktuell ein sehr präsentes Thema ist und sowohl gesellschaftlich als auch fachlich kontrovers diskutiert wird. Während der Einarbeitung wurde mir bewusst, wie vielschichtig das Thema ist und wie unterschiedlich die wissenschaftlichen Positionen dazu sind. Genau diese Komplexität hat mich motiviert, mich intensiver damit auseinanderzusetzen und die Thematik im Zuge meiner Bachelorarbeit zu erarbeiten.
Zwischen der Abschlussarbeit, den letzten Schritten im Studium und dem veröffentlichten Artikel liegt ein Überarbeitungsprozess. Wie können der Text und die Erkenntnisse aus der Abschlussarbeit im Rahmen eines deutlich kürzeren Artikels umgesetzt werden und was hast du in der Zusammenarbeit mit der Redaktion gelernt?
Die größte Herausforderung bestand für mich darin, die wesentlichen Inhalte meiner Bachelorarbeit auf den begrenzten Umfang zu reduzieren, ohne dass die Kernaussagen verloren gehen. Dafür musste ich Prioritäten setzen und mich stärker auf zentrale Ergebnisse sowie deren Praxisrelevanz konzentrieren. Die Zusammenarbeit mit der Redaktion hat mir dahingehend geholfen, dass ich konstruktives Feedback erhalten habe, um dies zu ermöglichen.
Viele Absolvent:innen halten ihre Arbeit für „nicht gut genug" für eine Fachzeitschrift. Was würdest du jemandem sagen, der oder die genau an diesem Punkt zögert?
Ich würde sagen: Trau dich, deine Arbeit einzureichen. Gerade wenn man sich über Monate intensiv mit einer Thematik beschäftigt hat, kennt man jede Schwäche der eigenen Arbeit und übersieht dabei oft die Stärken. Die Zusammenarbeit mit der Redaktion bietet zudem die Möglichkeit, den Text weiterzuentwickeln und an die Anforderungen anzupassen. Deshalb würde ich jedem:jeder raten, diese Chance zu nutzen – man gewinnt nicht nur an Erfahrung im wissenschaftlichen Schreiben, sondern kann die eigenen Erkenntnisse auch einem größeren Fachpublikum zugänglich machen.
Was bedeutet es jetzt für dich, einen Fachartikel zu deiner Bachelorarbeit in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht zu haben?
Die Veröffentlichung bedeutet für mich vor allem, dass meine Arbeit über das Studium hinaus einen Beitrag leisten kann. Es freut mich, dass sich andere Fachpersonen mit den Ergebnissen auseinandersetzen können und die Inhalte damit eine größere Reichweite erhalten. Außerdem ist die Veröffentlichung eine Bestätigung dafür, dass sich die mühevolle Auseinandersetzung mit dem Thema gelohnt hat.
Das Beispiel von Nathalie Nunner zeigt, welches Potenzial in Abschlussarbeiten steckt und welchen Beitrag Absolvent:innen des MCI zum Fachdiskurs leisten können. Wissenschaftliche Auseinandersetzung endet nicht mit dem Studienabschluss, sondern kann wichtige Impulse für Forschung und Praxis Sozialer Arbeit geben. Das Department Soziale Arbeit ermutigt daher weitere Alumni, ihre Forschungsergebnisse und innovativen Praxisperspektiven sichtbar zu machen. Wer seine Abschlussarbeit in der Rubrik „Junge Wissenschaft“ des Journals soziales_kapital veröffentlichen möchte, kann sich gerne an Laura Feith González oder Moritz Reisberger wenden. Sie unterstützen bei der Einschätzung, ob und in welcher Form sich eine Arbeit für eine Publikation eignet, und begleiten den Weg von der Abschlussarbeit zum Fachartikel.
Nathalie Nunner im Interview mit dem Department Soziale Arbeit
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