Vom Hörsaal in die Praxis #3

Date 24.08.2026

Praktikumspartner Terra Institute Österreich im Gespräch

Im Bachelorstudium Sozial-, Gesundheits- & Public Management am MCI ist im Zuge des Studiums ein verpflichtendes Berufspraktikum zu absolvieren, das die Studierenden auf Aufgaben und Tätigkeiten im Sozial-, Gesundheits- und öffentlichen Bereich vorbereitet. Dabei lernen sie nicht nur erste Arbeitgeber: innen kennen, sondern erhalten darüber hinaus erste Einsichten in die Praxis und haben die Möglichkeit, ihr erlerntes Wissen und Fähigkeiten aus dem Studium anzuwenden.

Unsere Studierenden erlernen dabei verschiedenste Tätigkeitsbereiche kennen wie z.B. Administration, Qualitätsmanagement, Personalorganisation, Leitung sowie Projektarbeit. Zugleich wird den Studierenden auch die unmittelbare Arbeit mit Klienten: innen nähergebracht, wodurch sie Einsicht gewinnen, welche Strukturen für eine erfolgreiche Arbeit erforderlich sind.

Wir haben bei verschiedensten Praxispartner nachgefragt, welche Erfahrungen sie in der Zusammenarbeit mit unseren Studierenden gemacht haben. Im Nachfolgenden gibt Anabel Gschmeißner einige Einblicke in die Arbeit des Terra Institute Österreich.

 

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Stellen Sie bitte Ihr Unternehmen und Ihre Tätigkeit kurz vor.

Das Terra Institute ist ein Beratungs- und Bildungsunternehmen mit dem Fokus auf die nachhaltige Transformation von Organisationen. Wir begleiten Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Organisationen dabei, Nachhaltigkeit nicht nur als formelle Berichtspflicht zu verstehen, sondern als strategischen Hebel für Zukunftsfähigkeit, Risikomanagement, Innovation und wirtschaftliche Stabilität.

Unsere österreichische Tochtergesellschaft mit Sitz in Innsbruck arbeitet insbesondere an Projekten in den Bereichen:

  • ESG-Strategie & Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Klimarisikoanalysen & Dekarbonisierungsstrategien
  • Lieferkettenrisikobewertung
  • Organisationsentwicklung & Transformation

Unsere Kund:innen kommen unter anderem aus dem Gesundheitswesen, der Energiewirtschaft, dem Immobilienbereich, dem Tourismus, der Industrie, dem Finanzsektor und dem öffentlichen Sektor.

Meine eigene Tätigkeit umfasst vor allem die Entwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien, die Beratung zu regulatorischen Anforderungen (wie CSRD/ESRS oder VS) sowie die Konzeption von Workshops, Analysen und strategischen Entscheidungsgrundlagen. Unser Ziel ist es dabei stets, Nachhaltigkeit verständlich, praxisnah und wirksam in Organisationen zu verankern.

Praktika spielen bei uns eine zentrale Rolle, da wir jungen Menschen einen realistischen Einblick in ein dynamisches Beratungsfeld geben möchten. Nachhaltigkeitsberatung ist hochgradig interdisziplinär – sie verbindet Strategie, Datenanalyse, Kommunikation, Regulatorik und Projektmanagement. Praktikant:innen erleben bei uns hautnah, wie diese Themen in der Praxis ineinandergreifen.

Welche Aufgaben übernehmen Praktikant:innen typischerweise, und wie stellen Sie sicher, dass sie sinnvoll lernen und einen Beitrag leisten?

Praktikant:innen übernehmen bei uns keine reinen administrativen Hilfstätigkeiten, sondern werden möglichst früh in laufende Projekte eingebunden.

Typische Aufgabenfelder:

  • Recherche & Analyse: Untersuchung von Nachhaltigkeitsthemen, regulatorischen Entwicklungen, Branchenstandards und Durchführung von ESG- oder Wesentlichkeitsanalysen.
  • Content & Aufbereitung: Unterstützung bei der Erstellung von Präsentationen, Berichten, Angeboten, Workshop-Unterlagen sowie der Auswertung von Fragebögen und Interviews.
  • Kunden- & Projektarbeit: Vor- und Nachbereitung von Kundenterminen, Strukturierung von Daten in Tabellen und Erstellung von Management-Zusammenfassungen.
  • Wissensmanagement: Mitarbeit an internen Tools, Methoden und Wissensunterlagen.

Wichtig ist uns vor allem, dass Praktikant:innen den Kontext verstehen: Welche Fragestellung haben Kund:innen? Welche Anforderungen leiten sich daraus ab? Und wie müssen Ergebnisse aufbereitet werden, damit sie in der Praxis echten Nutzen stiften?

Wie gestalten Sie die Betreuung im Praktikum und welche Kompetenzen sind besonders wichtig?

Die Betreuung erfolgt sehr praxisnah. Zu Beginn erhalten alle Praktikant:innen eine fundierte Einführung in unsere Themen, Arbeitsweisen und aktuellen Projekte. Danach arbeiten sie in konkreten Aufgabenpaketen mit, erhalten regelmäßiges Feedback und können eigene Vorschläge einbringen. Offene Kommunikation steht bei uns an erster Stelle.

Diese Kompetenzen haben sich als besonders wertvoll erwiesen:

  • Strukturiertes Denken: komplexe Informationen ordnen, priorisieren und verständlich aufbereiten
  • Eigeninitiative: nicht nur Aufgaben abarbeiten, sondern mitdenken und Rückfragen stellen
  • Sorgfalt: insbesondere bei Daten, Quellen, Zitaten, Tabellen und regulatorischen Inhalten
  • Schreib- und Präsentationskompetenz: Inhalte klar, knapp und zielgruppengerecht formulieren
  • Interesse an Nachhaltigkeit und Wirtschaft: Nachhaltigkeit sollte nicht nur idealistisch, sondern auch unternehmerisch verstanden werden
  • Lernbereitschaft: viele Themen sind neu, entwickeln sich schnell und erfordern laufende Weiterbildung
  • Verlässlichkeit: Termine, Qualität und Abstimmung sind in der Beratung besonders wichtig

Fachliches Vorwissen ist hilfreich, aber nicht immer entscheidend. Wichtiger ist oft die Fähigkeit, sich rasch in neue Themen einzuarbeiten und komplexe Inhalte verständlich zu machen.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Praktikant:innen vom MCI?

Positiv überrascht hat uns in bisherigen Praktika vor allem, wie schnell sich Studierende in neue Themen einarbeiten können, wenn sie echtes Interesse mitbringen. Viele bringen frische Perspektiven, gute digitale Kompetenzen und ein hohes Bewusstsein für Nachhaltigkeit mit. Besonders wertvoll ist, wenn Studierende nicht nur recherchieren, sondern beginnen, Informationen kritisch einzuordnen: Was ist relevant? Was ist belastbar? Was hilft Kund:innen wirklich weiter?

Auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, hat uns positiv überrascht. Wenn Studierende gut begleitet werden, können sie sehr rasch eigenständige Beiträge leisten – etwa bei Recherchen, Präsentationen, Analysen oder der Aufbereitung von Workshop-Ergebnissen.

Welche Tipps würden Sie Studierenden geben, die sich für ein Praktikum bei Ihnen interessieren?

  1. Bereiten Sie sich inhaltlich vor.

Beschäftigen Sie sich vor der Bewerbung mit aktuellen Nachhaltigkeitsthemen wie CSRD/ESRS, oder VS (Voluntary Standard), Klimarisiken, Dekarbonisierung oder Lieferketten. Es geht nicht darum, alles perfekt zu wissen. Aber ein Grundverständnis und echtes Interesse merkt man sofort.

  1. Zeigen Sie in der Bewerbung, wie Sie denken.

Für uns ist nicht nur der Lebenslauf wichtig, sondern auch die Art, wie jemand Themen strukturiert. Eine gute Bewerbung zeigt klar: Warum interessiert mich Nachhaltigkeitsberatung? Welche Fähigkeiten bringe ich mit? Wo möchte ich lernen? Besonders hilfreich sind Beispiele aus Studium, Projekten, Berufserfahrung oder ehrenamtlichem Engagement.

  1. Starten Sie offen, neugierig und verlässlich ins Team.

Ein Praktikum in der Beratung bedeutet, dass Aufgaben manchmal schnell wechseln und man sich in neue Themen einarbeiten muss. Wer Fragen stellt, Feedback annimmt, sorgfältig arbeitet und aktiv mitdenkt, kann sehr viel lernen und rasch Verantwortung übernehmen.

Zusammenfassend ist ein Praktikum bei Terra besonders geeignet für Studierende, die Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch betrachten möchten, sondern verstehen wollen, wie Unternehmen und Organisationen konkrete Veränderung gestalten können. Es ist ein Praktikum an der Schnittstelle von Strategie, Analyse, Kommunikation und Transformation – mit viel Lernpotenzial und direktem Praxisbezug.

 

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