CSHI-Forschungsprojekt „ASURED“ erfolgreich abgeschlossen

Date 26.08.2026

Studie zu Situations- und Ressourcenanalyse liefert Grundlage für lokale Demokratieförderung

Vor kurzem wurde das Forschungsprojekt ASURED ("Analyse von Situation und Ressourcen zur Extremismusbekämpfung und Demokratieförderung") abgeschlossen. Durchgeführt wurde die Studie vom Center for Social & Health Innovation (CSHI) am MCI | Die Unternehmerische Hochschule® im Auftrag der Partnerschaft für Demokratie (PfD) im Kreisjugendring Garmisch-Partenkirchen.

Die PfD ist die lokale Umsetzungsstruktur des Bundesprogramms „Demokratie leben!" im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und entwickelt und fördert Projekte und Handlungskonzepte zur Stärkung von Demokratie und Vielfalt vor Ort.

Ziel der nun abgeschlossenen Studie war es, die demokratiebezogene Ausgangslage im Landkreis Garmisch-Partenkirchen strukturiert zu erfassen: Einstellungen, Teilhabebarrieren, Herausforderungen durch Extremismus und Polarisierung sowie vorhandene Ressourcen und Netzwerke, um daraus Impulse für eine gezielte lokale Demokratieförderung abzuleiten.

Methodisches Vorgehen

Die qualitative Erhebung kombinierte drei methodische Bausteine –Straßengespräche, Expert:innen-Interviews sowie Streetworker-Events mit Jugendlichen – und wurde von zwei Stakeholder-Workshops (Auftakt und Abschluss) gerahmt. Dreißig Studierende des MCI-Studiengangs Sozial-, Gesundheits- & Public Management waren aktiv in die Feldphase eingebunden und haben über 140 Gespräche im Landkreis geführt. Damit wird dem akademischen Nachwuchs das Thema der Demokratieförderung theoretisch wie praktisch näher gebracht.

Zentrale Ergebnisse der Studie

  • Herausforderung „Reichweite“: Der Landkreis verfügt über zahlreiche engagierte Akteur:innen und Strukturen – ihre Reichweite bleibt jedoch oft begrenzt.
  • Beteiligungsparadoxon: Demokratische Angebote sind vorhanden, wirken aber dort schwach, wo Sichtbarkeit, Niedrigschwelligkeit und Rückkopplung fehlen.
  • Jugend als Schlüsselzielgruppe: Für 14- bis 27-Jährige bestehen Angebots-, Raum- und digitale Lücken sowie eine fehlende politische Stimme für Nicht-Wahlberechtigte.
  • Polarisierung und Rechtsextremismus: Insgesamt ein moderates, demokratisch stabiles Umfeld – zugleich benennen Expert:innen organisierte rechtsextreme Akteur:innen und Normalisierungstendenzen als Herausforderung.
  • Alltag als Resonanzraum: Wohnraum, Mobilität, Gesundheitsversorgung und touristische Nutzungskonflikte prägen Zugehörigkeit, Vertrauen und Teilhabe vor Ort.

Mit dem Ergebnissen der Studie steht der Partnerschaft für Demokratie sowie weiteren kommunalen Akteur:innen nun eine fundierte, evidenzbasierte Grundlage zur Verfügung, auf der die künftige Demokratieförderung im Landkreis aufbauen kann. Die Studie liefert damit nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern auch konkrete Anknüpfungspunkte für die strategische Weiterentwicklung lokaler Beteiligungs- und Präventionsarbeit.

<p>©Jan Antonin Kolar (Unsplash)</p>

©Jan Antonin Kolar (Unsplash)

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