Gemeinsam geht mehr: Mental Health am MCI

Date 10.09.2026

Der Yellow September rückt mentale Gesundheit in den Mittelpunkt

Der Yellow September 2026 rückt das Thema Einsamkeit in den Mittelpunkt. Das Center for Social & Health Innovation sowie das Department Sozial-, Gesundheits- & Public Management am MCI | Die Unternehmerische Hochschule® nehmen den Aktionsmonat zum Anlass, sichtbar zu machen, wie vielfältig mentale und psychosoziale Gesundheit bereits heute in Forschung, Lehre, Weiterbildung, Beratung und gesellschaftlichem Engagement verankert ist.

Vom 10. September, dem Welttag der Suizidprävention, bis zum 10. Oktober, dem Welttag der psychischen Gesundheit, setzt der Yellow September österreichweit ein Zeichen für psychosoziale Gesundheit, Fürsorge und Entstigmatisierung. Der Schwerpunkt 2026 lautet Einsamkeit, der gemeinsame Claim: „Gemeinsam geht mehr!“

Ein Gedanke, der auch am MCI in vielen Bereichen gelebt wird. Denn mentale Gesundheit wird hier aus unterschiedlichen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und praktischen Perspektiven betrachtet – in Forschungsprojekten ebenso wie in Lehrveranstaltungen, konkreten Unterstützungsangeboten, Kooperationen und Weiterbildungen.

Das Center for Social & Health Innovation (CSHI) ist ein multidisziplinäres Forschungszentrum am MCI und versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Praxis und öffentlicher Steuerung. Im Fokus stehen aktuelle Herausforderungen im Sozial-, Gesundheits- und öffentlichen Sektor. Ein besonderes Anliegen ist dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur zu gewinnen, sondern in gesellschaftlich wirksame Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse zu übertragen. In zahlreichen Forschungs- und Transferprojekten stehen dabei nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse im Vordergrund, sondern auch die Frage, wie Forschung zu konkreten Verbesserungen für Menschen und Gesellschaft beitragen kann.

Ein Beispiel für ein solches Forschungsprojekt ist PeerCom – Peer Companions, ein partizipatives Kooperationsprojekt des CSHI mit TIPSI – Tiroler Interessenverband für Psychosoziale Inklusion. TIPSI stellt dabei das Peer-Angebot bereit: Erfahrene Mental Health Peers begleiten Menschen mit psychosozialen Belastungen in individuellen Eins-zu-eins-Settings und bringen ihre eigene Erfahrung als wertvolle Ressource für Orientierung, Unterstützung und Empowerment ein. Das CSHI übernimmt die wissenschaftliche Wirkungs- und Begleitforschung des Angebots. Der partizipative Ansatz ist dabei zentral: Die Perspektiven und Erfahrungen der Peers und weiterer Beteiligter fließen aktiv in den Forschungsprozess ein und tragen dazu bei, das Angebot praxisnah weiterzuentwickeln.

Einsamkeit verstehen und Verbindung schaffen

Um mentale Gesundheit drehte sich auch das heurige MCI-Philosophicum, welches seit 2012 fester Bestandteil des Bachelorstudiengangs Sozial-, Gesundheits- & Public Management ist. In einem interaktiven Fishbowl-Format bringt es Studierende mit Expert:innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen ins Gespräch und schafft Raum, aktuelle Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren.

Unter dem Titel „Einsamkeit als stille Pandemie des 21. Jahrhunderts“ diskutierten Experten psychische, gesundheitliche, gesellschaftliche, mediale und politische Dimensionen von Einsamkeit. Dabei wurde deutlich: Einsamkeit ist nicht ausschließlich eine individuelle Erfahrung. Sie steht auch mit gesellschaftlicher Teilhabe, Alter, Armut sowie digitalen Entwicklungen in Zusammenhang. Umso wichtiger sind soziale Beziehungen, Empathie, Zuhören, Zugehörigkeit und Räume, in denen Menschen einander begegnen können.

Wie Forschung, Sensibilisierung und praktische Hilfe zusammenspielen können, zeigte zuletzt auch eine Initiative zum Welthitzetag: Gemeinsam mit start pro mente entwickelte Departments des MCI (Center for Social & Health Innovation, Center for Responsible Management & Social Impact) anlässlich des Hitzeaktionstages einen niedrigschwelligen Info-Fächer, der auf die Auswirkungen von Hitze auf die Psyche aufmerksam macht und konkrete Hilfestellungen für den Alltag bietet. Auch die öh mci unterstützte diese Aktion.

Wissen vermitteln und Handlungskompetenz stärken

Mental Health findet auch unmittelbar Eingang in die Lehre. Studierende des Bachelorstudiengangs Sozial-, Gesundheits- & Public Management sowie Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie beispielsweise absolvieren den Kurs „Erste Hilfe für die Seele“ der pro mente tirol. Dabei lernen sie, Anzeichen psychischer Belastungen frühzeitig wahrzunehmen, angemessen zu reagieren und Menschen in Krisensituationen bei der Suche nach Unterstützung zu begleiten. Studierende des Studiengangs SGPM sind darüber hinaus im Zuge ihres Praxissemesters seit Jahren regelmäßig daran beteiligt drängende Themen mentaler Gesundheit zusammen mit Praxispartner:innen zu bearbeiten. Dabei unterstützt werden sie vom gesamten Studiengangsteam:

  1. Analyse psychischer Belastungen von Mitarbeiter:innen
  2. „Männer Besser verstehen“
  3. Caring Communities - in Kooperation mit der Caritas und der Gemeinde Rinn
  4. Psychosoziale Gesundheitskompetenz der Lehrkräfte in Tirol

Darüber hinaus beschäftigen sich verschiedene Studien- und Weiterbildungsangebote des MCI an den Schnittstellen von Psychologie, Gesundheit, Sozialem, Management und Leadership mit dem Menschen und seinem Wohlbefinden – aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven.

Dazu zählen unter anderem Business Psychology & Management, Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie, Sozial-, Gesundheits- & Public Management, Soziale Arbeit, Medizin-, Gesundheits- & Sporttechnologie, Soziale Arbeit, Sozialpolitik & Management, International Health & Social Management sowie der Zertifikats-Lehrgang Management, Psychologie & Leadership.

Unterstützen, wenn Unterstützung gebraucht wird

Mental Health bedeutet am MCI aber nicht nur Forschung und Lehre. Studierenden stehen im Rahmen des MCI Student Support konkrete und vertrauliche Unterstützungsangebote zur Verfügung.

Das Angebot umfasst Informationen und Ressourcen zur psychischen Gesundheit und Selbstfürsorge ebenso wie persönliche Beratungsangebote vor Ort und online sowie weiterführende externe Anlaufstellen. Auch Einsamkeit und soziale Isolation werden dabei ausdrücklich als mögliche Belastungen im Studienalltag aufgegriffen.

Die Botschaft dahinter ist einfach und wichtig: Unterstützung anzunehmen ist ein Zeichen von Selbstfürsorge – und niemand muss schwierige Situationen alleine bewältigen.

Teilhabe sichtbar machen: Wenn Wissenschaft und Kunst sich begegnen

Wie eng mentale Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und Verbindung miteinander verknüpft sind, zeigt auch ein besonderes Projekt des CSHI: Gemeinsam mit der Beschäftigungsinitiative des Psychosozialen Pflegedienstes Tirol entstand ein großformatiges partizipatives Kunstwerk  mit dem Titel „GEMEINSAM KANN´S LEUCHTEN“, das Themen wie Mental Health, Gemeinschaft, Gesundheit, Forschung, Inklusion und Teilhabe künstlerisch interpretiert.

Die Künstler:innen entwickelten ihre Ideen gemeinsam und machten dadurch sichtbar, was Zusammenhalt bedeuten kann. Hände stehen im Kunstwerk für Verbundenheit, unterschiedliche Motive für Vielfalt und Gemeinschaft – verbunden mit der zentralen Idee, Teil des Ganzen zu sein.

Im Herbst erhält das Projekt eine weitere Bühne: Das Kunstwerk wird im Rahmen des heurigen WECHSELSPIEL – FESTIVAL inklusive THEATER von spectACT (Verein für politisches uns soziales Theater) ausgestellt und bringt damit die Verbindung von Wissenschaft, Kunst, Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe in einen neuen öffentlichen Raum.

Auch am MCI setzen wir im Yellow September ein sichtbares Zeichen gegen Einsamkeit und für mehr Verbindung: Im Rahmen eines Piloten am Department Sozial-, Gesundheits- & Public Management haben Teammitglieder gelbe Sonnenblumen selbst gehäkelt. Am 6. Oktober 2026 werden sie bei einem gemeinsamen Kaffee-Treffen als kleines Zeichen der Verbundenheit an die Mitarbeiter verschenkt und anschließend die Büros zieren. Auf jeder Blumen hängt ein Zettelchen mit einem kurzen Impuls, wie zum Beispiel „Vielleicht braucht heute jemand genau Dein Hallo“ oder „Verbindung beginnt manchmal mit einem kleinen Zeichen“.

Die Sonnenblume versteht sich sowohl als Zeichen des Yellow September, als auch als Symbol für unsichtbare Behinderungen. Denn manchmal beginnt Verbindung ganz klein – mit einem Gespräch, einer Einladung, einem offenen Ohr oder einem ehrlichen „Wie geht es dir?“. Die Aktion soll uns daran erinnern, aufmerksam füreinander zu sein – im Team ebenso wie in der Begegnung mit unseren Studierenden – und hinzuschauen, zuzuhören und wahrzunehmen, wenn jemand ein Gespräch, Unterstützung oder einfach ein kleines Zeichen der Verbundenheit braucht.

Gemeinsam geht mehr

Der Yellow September bietet einen Anlass, über mentale Gesundheit und Einsamkeit zu sprechen. Gleichzeitig zeigt der Blick auf Forschung, Lehre, Unterstützungsangebote und gesellschaftliche Initiativen am MCI: Mental Health ist ein Thema, das uns das ganze Jahr über beschäftigt.

Wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen, zukünftige Fach- und Führungskräfte sensibilisieren, konkrete Unterstützung anbieten, innovative Ansätze gemeinsam mit Partnern entwickeln und gesellschaftliche Teilhabe fördern – all diese Zugänge tragen dazu bei, mentale Gesundheit zu stärken.

Denn gerade beim Thema Einsamkeit gilt: Verbindung kann im Kleinen beginnen. Und gemeinsam geht mehr.

Laura Anna Schamberger
Laura Anna Schamberger, BSc MA Assistant & Project Manager
Iris Staffler
Mag. Iris Staffler Project Assistant
<p></p>

<p>MCI Philosophicum 2026 zum Thema „Einsamkeit als stille Pandemie des 21. Jahrhunderts“ </p>

MCI Philosophicum 2026 zum Thema „Einsamkeit als stille Pandemie des 21. Jahrhunderts“

<p>Fächer-Verteilaktion zum Hitzeaktionstag 2026 am MCI</p>

Fächer-Verteilaktion zum Hitzeaktionstag 2026 am MCI

<p>Kunstwerk der Künstler:innen der Gruppe „Kunst Kultur Natur“ der Beschäftigungsinitiative des Psychosozialen Pflegdienstes Tirol in Zusammenarbeit mit dem CSHI</p>

Kunstwerk der Künstler:innen der Gruppe „Kunst Kultur Natur“ der Beschäftigungsinitiative des Psychosozialen Pflegdienstes Tirol in Zusammenarbeit mit dem CSHI

<p></p>
<p>MCI Philosophicum 2026 zum Thema „Einsamkeit als stille Pandemie des 21. Jahrhunderts“ </p>
<p>Fächer-Verteilaktion zum Hitzeaktionstag 2026 am MCI</p>
<p>Kunstwerk der Künstler:innen der Gruppe „Kunst Kultur Natur“ der Beschäftigungsinitiative des Psychosozialen Pflegdienstes Tirol in Zusammenarbeit mit dem CSHI</p>

Banner adaptiert nach dem isländischen Projekt "Gulur September" (mit freundlicher Genehmigung), Schleife erstellt vom GÖG-Team, KI-gestützt (Copilot)

Mehr Informationen
CSHI bei der EuHEA-Konferenz in Rotterdam
CSHI bei der EuHEA-Konferenz in Rotterdam
Erste Ergebnisse zu Präferenzen und Zahlungsbereitschaft für ambulante Versorgung in Tirol vorgestellt
CSHI-Forschungsprojekt „ASURED“ erfolgreich abgeschlossen
CSHI-Forschungsprojekt „ASURED“ erfolgreich abgeschlossen
Studie zu Situations- und Ressourcenanalyse liefert Grundlage für lokale Demokratieförderung
Vom Hörsaal in die Praxis #3
Vom Hörsaal in die Praxis #3
Praktikumspartner Terra Institute Österreich im Gespräch