Wie können Pflegekräfte nicht nur gewonnen, sondern auch langfristig im Beruf gehalten und in ihrer fachlichen wie persönlichen Entwicklung unterstützt werden? Mit der neuen Handreichung „Ganzheitliche Personalstrategie in der Pflege“ plus dem dazugehörigen Anhang bündelt das Center for Social & Health Innovation (CSHI) am MCI praxisnahe Ansätze für Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich. Im Mittelpunkt stehen Personalgewinnung, Einstieg, Entwicklung und Bindung – von der ersten Wahrnehmung des Pflegeberufs bis zum Offboarding. Die Handreichung wurde dabei im größeren Rahmen des CSHI-Forschungsprojekts „EVIGT – Effiziente Versorgungssysteme und innovative Gesundheitsversorgung Tirol“ entwickelt und leistet so einen Beitrag zu effizienter und qualitätsvoller Betreuung.
Die Handreichung richtet sich insbesondere an Führungskräfte, HR-Verantwortliche, Qualitätsmanager:innen und weitere Entscheidungsträger:innen in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft. Sie versteht sich nicht als starres Maßnahmenpaket, sondern als Orientierung, Reflexionsgrundlage und Unterstützung für die Weiterentwicklung bereits bestehender Strukturen. Einrichtungen sollen damit Ansatzpunkte identifizieren, priorisieren und an ihre jeweilige Ausgangslage anpassen können.
Grundlage der Handreichung sind insgesamt 168 Stimmen aus unterschiedlichen Bereichen von Gesundheit und Sozialem, Interessensvertretung sowie Politik und Verwaltung. Eingeflossen sind Perspektiven von praktizierenden und ehemaligen Pflegekräften, Führungskräften, Geschäftsführungen, politischen Vertreter:innen und weiteren Expert:innen. Die Inhalte greifen Ergebnisse aus Fokusgruppen, Interviews und weiteren Erhebungsformaten auf und verbinden diese mit Erkenntnissen aus Wissenschaft und Fachliteratur.
Ein zentrales Element der Handreichung ist der Mitarbeiter:innenpfad. Er bildet verschiedene Stationen im beruflichen Verlauf ab und macht sichtbar, dass nachhaltige Personalstrategie nicht erst bei der Rekrutierung beginnt und auch nicht mit dem Onboarding endet. Der Pfad reicht von der gesellschaftlichen Wahrnehmung des Pflegeberufs über Rekrutierung, Preboarding und Onboarding bis zu Mitarbeiter:innenbindung, lebensphasengerechtem Arbeiten und Offboarding.
Für diese unterschiedlichen Phasen beschreibt die Handreichung konkrete Ansatzpunkte. Dazu gehören unter anderem digitale Informations- und Jobplattformen, zielgruppenspezifische Rekrutierung, strukturierte Preboarding-Prozesse, Buddy-Systeme, individuelle Entwicklungsgespräche, digitale Lern- und Entwicklungsangebote, Beteiligungsformate, flexible Arbeitszeitmodelle sowie strukturierte Austrittsgespräche und eine bewusste Abschiedskultur. Die Maßnahmen werden nach Zeithorizont und Umsetzungsebene eingeordnet, sodass sichtbar wird, was direkt in einer Einrichtung angestoßen werden kann und wo trägerübergreifende oder systemische Lösungen erforderlich sind.
Die zentrale Botschaft der Handreichung: Eine wirksame Personalstrategie in der Pflege entsteht nicht durch einzelne isolierte Maßnahmen. Entscheidend ist vielmehr, bestehende Strukturen sinnvoll miteinander zu verbinden, realistische Prioritäten zu setzen und Personalentwicklung als kontinuierlichen Prozess zu verstehen.
Dabei sind Einrichtungen, Führung, HR, Qualitätsmanagement, Pflegepraxis, Bildung und Politik gleichermaßen gefordert. Die Handreichung soll Organisationen deshalb dabei unterstützen, ihre bestehenden Ansätze zu reflektieren, passende nächste Schritte auszuwählen und eine Personalstrategie entlang des gesamten Mitarbeiter:innenpfads weiterzuentwickeln.
©Unsplash (Andrew Moca)
Research for the Public Interest
Managing the Public Interest
International Health & Social Management | Master
European Health Economics & Management | Master
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