Forschung im Fokus: MCI als Projektpartner in ēQATOR

Date 02.04.2026

Interview mit MCI Forscher Philipp Pichler

Im Rahmen des von „Horizon Europe“ finanzierten ēQATOR-Projekts spielt die MCI eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung resistiver Heiztechnologien durch die Entwicklung elektrisch leitfähiger Keramikmaterialien und Reaktorsysteme. Durch die Kombination von Materialinnovationen, präzisen Regelungstechnologien und der Integration erneuerbarer Energien leistet das MCI einen entscheidenden Beitrag zur Projektmission: die Realisierung einer kostengünstigen, erneuerbaren Methanolproduktion mit nahezu null CO₂-Emissionen.

Erfahren Sie mehr über den Beitrag des MCI zum ēQATOR-Projekt im folgenden Interview, in dem Philipp Pichler die Rolle der Organisation innerhalb des Projekts sowie die Vision und die Ziele erläutert, die die Entwicklung der ēQATOR-Reaktortechnologien prägen.

Bitte stellen Sie sich und Ihre Rolle im Projekt vor.

Mein Name ist Philipp, und ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter am MCI | Die Unternehmerische Hochschule® in Innsbruck. Zusammen mit meinen Kollegen bin ich Teil der von „Horizon Europe“ geförderten Initiative ēQATOR. Meine Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung fortschrittlicher Werkstoffe und Reaktortechnologien für die Widerstandserwärmung mit dem Ziel, kohlenstoffarme chemische Prozesse zu ermöglichen.

Wie haben Sie von dem Projekt erfahren und sind Partner geworden?

Unser Forschungsteam war aktiv an der CHEMampere-Initiative an der Universität Stuttgart beteiligt, die auf die Reduzierung von CO₂-Emissionen in der chemischen Industrie abzielt. Über dieses Netzwerk wurden wir vom ēQATOR-Konsortium angesprochen, unser Fachwissen im Bereich der Widerstandsheiztechnologien für chemische Reaktoren einzubringen. Das Konsortium erkannte das Potenzial elektrisch leitfähiger Keramiken als Schlüsseltechnologie für eine CO₂-neutrale chemische Industrie, was zu unserer Einbindung als Partner in das Projekt führte.

Welche Rolle spielt Ihre Organisation in diesem Projekt, und welches Fachwissen bringen Sie ein?

Unser Hauptbeitrag liegt in der Konzeption und Entwicklung innovativer Materialien und Reaktortechnologien für die Widerstandserwärmung. Wir sind spezialisiert auf elektrisch leitfähige Keramiken, die direkt erwärmt werden können und als Trägermaterialien für katalytisch aktive Komponenten dienen. Darüber hinaus entwickeln wir Reaktoraufbauten, elektrische Kontaktsysteme sowie Steuerungs- und Regelungsstrategien, um ein präzises Temperaturmanagement zu erreichen. Zu unserer Arbeit gehören auch die Reaktormodellierung und die Prozesssimulation auf der Grundlage experimentell ermittelter kinetischer Daten.

Wie arbeitet Ihre Organisation mit anderen Partnern im Projekt zusammen?

Wir arbeiten eng mit Partnern wie Keramik Innovation Berthold (KIB) zusammen, um keramische Wabenstrukturen für die Widerstandserwärmung zu entwickeln. Unsere Zusammenarbeit erstreckt sich auf die Konzeption und Erprobung von Reaktorsystemen, den Austausch von Versuchsdaten sowie die Integration unserer Materialien und Technologien in den übergeordneten Projektrahmen. Dieser kooperative Ansatz stellt sicher, dass die bei uns entwickelten Innovationen mit den Gesamtzielen des ēQATOR-Projekts im Einklang stehen.

Inwiefern tragen Ihre Projektaktivitäten zum Ziel des Projekts bei, eine kostengünstige Produktion von erneuerbarem Methanol mit nahezu null CO2-Emissionen zu erreichen?

Unsere Aktivitäten unterstützen das Projektziel unmittelbar, indem sie die Entwicklung kompakter, elektrisch beheizter Reaktoren ermöglichen, die erneuerbare Energiequellen anstelle fossiler Brennstoffe nutzen. Der Einsatz elektrisch leitfähiger Keramiken ermöglicht eine präzise und effiziente Beheizung, wodurch die Reaktorgröße um bis zu 90 % und das Katalysatorvolumen um 50–75 % reduziert werden können. Dies führt zu erheblichen Energieeinsparungen und einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 60–80 % im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren. Durch die Integration erneuerbarer Energien tragen wir zu einem nachhaltigen und kostengünstigen Methanol-Produktionsprozess bei.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen während des Projekts in Bezug auf Ihre Aufgaben?

Eine der größten Herausforderungen ist die Umsetzung eines völlig neuen Reaktorkonzepts mit innovativen, nicht standardisierten Materialien in einer Langzeitdemonstration. Es ist entscheidend, sicherzustellen, dass der neue Reaktor denselben Sicherheitsstandards entspricht wie etablierte Systeme. Darüber hinaus stellt die Integration der neu entwickelten Materialien in die bestehende Infrastruktur, wie beispielsweise Ein- und Auslassanschlüsse, technische Herausforderungen dar. Mit dem Fachwissen unserer Partner sind wir jedoch zuversichtlich, diese Hindernisse zu überwinden.

Wenn Sie einen Wunsch in Bezug auf das Projekt frei hätten, welcher wäre das?

Ich möchte ein umfassendes Verständnis sowohl der Stärken als auch der Grenzen dieser Technologie erlangen, um sie weiter zu verfeinern und zu optimieren. Meine Vision ist es, dass dieses innovative Reaktorkonzept zur Grundlage für die nächste Generation katalytischer Prozesse bei der Synthesegas- und Wasserstoffproduktion wird und so zu einer noch stärkeren Reduzierung der CO₂-Emissionen in der gesamten chemischen Industrie beiträgt.

Dieses Interview wird mit freundlicher Genehmigung des Steinbeis Europa Zentrums veröffentlicht: https://www.eqator.eu/mci

<p>Philipp Pichler, Project Assistant am Department Wirtschaftsingenieurwesen. ©privat</p>

Philipp Pichler, Project Assistant am Department Wirtschaftsingenieurwesen. ©privat

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ēQATOR Projekt Besprechung. ©privat

<p>Philipp Pichler, Project Assistant am Department Wirtschaftsingenieurwesen. ©privat</p>
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