Warum haben Sie sich gerade für diese Hochschule entschieden?
Ich habe mich für Seoul entschieden, da ich persönlich einmal außerhalb von Europa studieren wollte. Da ich zuvor noch nie im asiatischen Raum gewesen bin, war mir somit schnell klar, dass ich nach Seoul gehen möchte. Außerdem war es für mich sehr interessant, zu sehen, wie Soziale Arbeit im asiatischen Raum gelehrt und praktisch ausgeübt wird.
Wie gefällt Ihnen die Universitätsstadt? Wie erleben Sie die Kultur des Gastlandes?
Seoul gefällt mir sehr gut, da die Stadt meiner Meinung nach Asien sehr gut repräsentiert. Sie ist sehr sauber und sicher, und der öffentliche Verkehr ist effizient und pünktlich. Ein Unterschied zu europäischen Städten ist, dass es kein klassisches Stadtzentrum gibt, sondern mehrere Distrikte wie Hongdae, Itaewon oder Gangnam, die jeweils ihr eigenes Zentrum haben.
Die Kultur unterscheidet sich stark von Europa. In Korea basiert vieles auf Respekt, insbesondere gegenüber älteren Menschen. Dies zeigt sich beispielsweise in der U-Bahn, wo es spezielle Sitzplätze für ältere Personen gibt, die auch dann nicht von jüngeren Menschen genutzt werden, wenn sie frei sind. Außerdem ist es interessant, zu beobachten, dass es oft günstiger ist, täglich auswärts zu essen, da Lebensmittel im Vergleich relativ teuer sind.
Wo sehen Sie die größten Unterschiede zwischen Ihrer Gastuniversität/-hochschule und dem MCI?
Ein großer Unterschied zwischen Innsbruck und Seoul ist die Größe des Campus. Dieser ist so weitläufig, dass man teilweise 10 bis15 Minuten benötigt, um von einem Kursraum zum nächsten zu gelangen. Zudem hat man an der SKKU die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen nach eigenen Interessen frei zu wählen. Da die SKKU eine der ältesten Universitäten in Seoul ist, gibt es außerdem viele historische Gebäude, die an die lange Geschichte der Universität erinnern.
Was war bislang die größte Herausforderung während Ihres Auslandssemesters?
Mir ist aufgefallen, dass viele Koreaner:innen sehr unsicher im Umgang mit der englischen Sprache sind. Dadurch ist es manchmal schwieriger, in Kontakt zu kommen, da sie lieber nicht sprechen, um keine Fehler zu machen. Dies hängt jedoch auch stark davon ab, in welchem Kontext man in Kontakt mit ihnen tritt.
Da ich eher in einem lokalen Wohngebiet gelebt habe, hatte ich außerdem eine „koreanische Dusche“, d.h. es gibt nicht wie in Europa eine Dusche, in die man hineingeht, sondern der Duschkopf ist mit dem Waschbecken verbunden, so dass man mitten im Badezimmer duscht.
Möchten Sie uns sonst noch etwas erzählen?
Mein Lieblingsplatz ist der Seoul Tower, da man von dort aus einen großartigen Blick über die gesamte Stadt hat. Man muss dabei nicht einmal auf den Turm selbst hinaufgehen, sondern genießt auch auf dem Berg rundherum bereits eine wunderbare Aussicht und kann dort mehrere Stunden verweilen, ohne sich zu langweilen. Besonders schön ist im Sommer auch der Han River, bei dem man gemeinsam mit Freunden essen und viel Zeit im Freien verbringen kann.
Joé Heinen im Auslandssemester in Seoul (rechts) ©Joé Heinen
Eindrücke aus dem Auslandssemester in Seoul ©Joé Heinen
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