Während viele Studierende für ihr Auslandssemester den nächstbesten Flug buchen, entschied sich Tobias Bogie, Bachelorstudent des Studiums Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik, für einen deutlich ungewöhnlicheren Weg: Er setzte sich aufs Fahrrad und fuhr von Wien bis nach Istanbul.
Die Idee für die Radreise kam ihm gemeinsam mit seiner Mitbewohnerin, die ihn später auch begleiten sollte. Für Tobias war es wichtig, genügend Zeit für die Planung zu haben, denn eine Radreise war für ihn Neuland – er hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal sein eignes Rad.
Der Zeitplan stand schnell fest: Start im August, um im September etwa eine Woche vor Semesterstart anzukommen. „Am schwierigsten war es zu bestimmen, wie viele Taschen und wie viel Verstauplatz am Ende auf dem Rad zur Verfügung stehen sollten“, meinte Tobias in Hinblick auf die Vorbereitung.
Bei der Routenplanung orientierten sie sich an einer 30-tägigen Strecke durch den Balkan bis nach Istanbul, die auf Komoot zu finden war. Dieser Route wollten sie möglichst genau folgen, was sich als gute Entscheidung erwies, da sich dadurch Gebirgsstrecken weitgehend vermeiden ließen.
Dabei planten die beiden die Tagesabschnitte für den nächsten Tag immer am Abend zuvor. Auch die Unterkünfte legten sie maximal zwei Tage vorher fest. „Wir wollten auf jeden Fall die Freiheit haben, auch noch Umwege zu machen“, erklärt Tobias.
Zu den Highlights der Reise gehört für Tobias, dass sie viele Hauptstädte besuchen konnten. Vor allem Sarajevo überzeugte Tobias mit seiner Schönheit. Abseits der Großstädte führte die Reise immer vier bis fünf Tage lang durch abgelegene Orte und idyllische Naturlandschaften. Nach einigen Nächten im Zelt freute er sich dann jedoch wieder auf eine warme Dusche und ein weiches Bett in den Hostels der Städte. Dort schätzte Tobias den Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen und fand sogar einen weiteren Reisegefährten.
Zusammenfassend meint Tobias, dass eine gute Planung genauso wichtig ist, wie sich nicht zu viel vorzunehmen. Da er und seine Mitbewohnerin beide nicht die nötige Fitnessvorbereitung hatten, konnten sie es in den ersten paar Tagen langsamer angehen lassen. Wichtig sei es bei einer so langen Reise, sich jeden Tag einfach aufs Rad zu schwingen und den Tag auf sich zukommen zu lassen. Der Kopf und die eigenen Gedanken seien letztlich die größte Hürde. Mit dem richtigen Mindset werden selbst die hupenden Autos auf der Straße plötzlich zu den eigenen Fans.
Tobias Bogie startet in sein Ausslandssemester mit einer Radreise durch Europa. ©Bogie
Während der Radreise wird in kleinen Zelten geschlafen. ©Bogie
Tobias Bogie reiste mit einer Freundin gemeinsam durch Osteuropa. ©Bogie
So sah das Fahrrad auf der Reise von Wien nach Istanbul aus. ©Bogie
Während der Reise entdeckte Tobias Bogie wunderschöne Landschaften. ©Bogie
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