Wir haben uns für diese Universität entschieden, weil wir Lust auf ein Abenteuer hatten und eine neue Kultur kennenlernen wollten. Besonders interessiert hat uns, wie Studierende in Vietnam leben und lernen und inwiefern sich ihr Alltag von dem in Europa unterscheidet. Vietnam haben wir von Anfang an als äußerst vielseitiges Land wahrgenommen – sowohl kulturell als auch gesellschaftlich und landschaftlich. Da wir zuvor noch nie in Asien gewesen waren, bot uns das Auslandssemester die ideale Gelegenheit, neue Perspektiven zu gewinnen und wertvolle Erfahrungen außerhalb unserer Komfortzone zu sammeln.
Am besten gefallen hat uns das Fach Bioimage Processing. Der Professor war sehr offen und freundlich und vermittelte die Inhalte ruhig, verständlich und ohne unnötigen Druck. Besonders spannend war das begleitende Labor, in dem wir viel praktisch arbeiten konnten. Dort hatten wir die Möglichkeit, mit Kameras zu experimentieren und unseren eigenen Code direkt anzuwenden. Durch diesen starken Praxisbezug war das Fach besonders abwechslungsreich und lehrreich.
Unser studentischer Alltag war insgesamt sehr entspannt. Da wir nur an vier Tagen pro Woche Vorlesungen hatten, blieb uns viel Zeit für Freizeit, Sport und Erkundungen. Wir waren sportlich sehr aktiv, vor allem beim Pickleball, das in Vietnam sehr beliebt ist. In Parks wird man häufig spontan eingeladen mitzuspielen, was es besonders leicht macht, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.
Auch das Essen spielt im Alltag eine große Rolle: Es ist nicht nur sehr günstig, sondern auch unglaublich lecker. Klassiker wie Pho, Bun Bo Hue oder Banh Mi gehörten für uns fast täglich dazu. Ergänzt wird dies durch eine ausgeprägte Kaffeekultur, die dazu einlädt, immer wieder neue Cafés zu entdecken.
Der Verkehr wirkte anfangs aufgrund der vielen Motorräder sehr chaotisch, doch man gewöhnt sich überraschend schnell daran. Insgesamt sind die Menschen sehr offen und freundlich, was den Alltag besonders angenehm macht. Für den Weg zur Universität empfehlen wir die Metro oder – noch flexibler – ein Motorrad, da die Wege sonst oft sehr lang sein können.
An den Wochenenden unternahmen wir häufig Ausflüge in Städte rund um Ho-Chi-Minh-Stadt, entweder mit dem Motorrad oder dem Bus. Besonders empfehlen können wir Mui Ne und Da Lat – zwei sehr unterschiedliche Orte, die jeweils eine ganz eigene Atmosphäre bieten.
Ein weiteres Highlight waren die großen Märkte, auf denen man Kleidung und viele andere Dinge zu günstigen Preisen kaufen kann. Mit der Zeit entstanden sogar persönliche Kontakte zu einigen Händlern, wodurch wir oft besonders gute Preise bekamen.
Darüber hinaus können wir eine längere Reise durch Vietnam sehr empfehlen. Das Land bietet eine beeindruckende Natur – insbesondere im Norden – und eine durchgehend positive, lebendige Atmosphäre. Auch Hanoi, die Hauptstadt im Norden, ist definitiv einen Besuch wert. Zudem eignet sich Vietnam hervorragend als Ausgangspunkt für Reisen in andere asiatische Länder wie Thailand, die Philippinen oder Hongkong.
Insgesamt können wir Vietnam als Ziel für ein Auslandssemester uneingeschränkt empfehlen – und würden uns jederzeit wieder dafür entscheiden.
Aussicht in der Stadt bei Nacht ©Fletschinger/Just
Landschaftsaufnahme ©Fletschinger/Just
Skyline in Vietnam ©Fletschinger/Just
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